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10.05.2006 10:46

70 Jahre Fraulauterner Siedlung

Gemeinschaft der Siedlerfreunde feierte im Pfarrheim St. Josef - Tradition wird groß geschrieben.

Viele kleine Schritte: Gruppenbild von Mitgliedern der Siedlergemeinschaft, die vor 70 Jahren die ersten Häuser errichteten.

Die Siedlung in Fraulautern besteht nunmehr seit 70 Jahren. In Gemeinschaftsarbeit und mit einem starken Zusammenhalt der Bürger entstanden dort 1936 die ersten Häuser.

Sie haben sich zusammengerauft, halfen sich gegenseitig, waren füreinander da. Vor 70 Jahren legten 123 junge Familien mit dem Häuserbau auf der Fraulauterner Siedlung den Grundstein für eine große Gemeinschaft. Eine Gemeinschaft, die bis heute Bestand hat, nicht zuletzt, da sich die Gemeinschaft der Siedlerfreunde Fraulautern Traditionspflege auf die Fahne geschrieben hat.

Der Verein lud zum Kirmessonntag am 07. Mai zur Jubiläumsfeier ins Pfarrheim St. Josef ein. Gleichfalls öffnete der Vorsitzende Wolfgang Kerber den Josefsaal zu einer beeindruckenden Dokumentation in Fotos, Zeichnungen und Texten über die Entstehungsgeschichte und Entwicklung der Siedlung.

"Die Gemeinschaft ist etwas wertvolles", meinte die Landrätin Monika Bachmann. Sie übernahm die Schirmherrschaft des Jubiläumsfestes. Ein Zusammengehörigkeitsgefühl, das man selten findet, beschrieb der Beigeordnete Manfred Heyer die Situation damals auf der Siedlung.

Pfarrer Rolf Dehm ging auf die Kirchengeschichte in Fraulautern ein. Er ist seit 20 Jahren Seelsorger in St. Josef und "fast so alt, wie die Siedlung". Vor mehr als 50 Jahre sei es noch so gewesen, dass die Gläubigen nicht alle in die damalige Notkirche passten, "heute wäre das wünschenswert." Die Gemeinschaft, der Zusammenhalt, deren Pflege und die Pflege der Tradition seien nicht hoch genug anzurechnen - Werte die heute verloren gingen. "Die Menschen haben eine riesen Sehnsucht nach Sinn und Werten, sich suchen sie jedoch an der falschen Stelle", meinte der Pfarrer.

Viele kleine Schritte

Da passte es gut, dass die Festredner über diese Werte redeten, dass die Gemeinschaft der Siedlerfreunde Fraulautern diese Traditionen versuchen zu wahren. Wie alles begann, was das Wort Siedlung bedeutet, ihre Entstehung und Geschichte - darüber sprach der Heimatforscher Erich Pohl. So betonte er gleich zu Beginn, dass es falsch sei zu behaupten: "Die Siedlung wäre einzig und allein die Idee Adolf Hitlers gewesen". Erich Pohl führte die Entstehungsgeschichte von der Pike her auf. Die NSDAP habe 1935, nach der Rückgliederung, im Saarland das Sagen. In einer solchen kurzen Zeit, nämlich bis 1936, die ersten Häuser auf der Siedlung entstehen zu lassen, hält Erich Pohl für schier unmöglich.

Er sieht Peter Neis, Bürgermeister von 1908 bis 1936, als die verantwortliche Person für die Entstehungsgeschichte der Siedlung. Peter Neis sei es gewesen, der sich dafür eingesetzt habe, der Wohnungsnot entgegen zu treten. Das gelang nur in vielen kleinen Schritten, bis letzten Endes 1936 die ersten 23 Häuser in der damaligen Reichs- und Bayernstraße, heute Kreuzberg- und Heinestraße, standen.

Ein Teil der Siedlung wurde im 2. Weltkrieg zerstört. Der Zusammenhalt der Gemeinschaft schaffte nach Kriegsende jedoch den Wiederaufbau. Neue Straßen kamen hinzu, neue Häuser, Geschäfte, die Schule, die Kirche St. Josef.

Im Randbereich wächst die Siedlung auch heute noch, großzügige Grundstücke liegen in relativ ruhigem Umfeld mit guter Anbindung an die Infrastruktur.

Auf einen Blick

Auf der Siedlung in Fraulautern entstanden 1936 die ersten 23 Häuser. Im Dezember 1937 kamen weitere 60 Wohneinheiten in der damaligen Preußen-, Sachsen-, Bayern- und Friesenstraße (heute Beethoven-, Mozart- und Lisztstraße) hinzu, 23 Siedlungsstellen 1938 in der Alemannenstraße (Lachwaldstraße) und 1939 konnten 17 Familien in die Tirolerstraße (Heidestraße) einziehen.

 


Von: SZ-Mitarbeiterin Heike Theobald

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