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28.10.2009 12:54

St. Martin Feier in Fraulautern

Die diesjährige St.Martin Feier findet statt am Dienstag, 10. November, 17 Uhr in St. Josef, Fraulautern.

Am Dienstag, den 10.11.2009 feiern wir in der Pfarreiengemeinschaft Fraulautern gemeinsam das Fest des Hl. Martin. Mit einem Wortgottesdienst beginnen wir um 17.00 Uhr die Feier in der Pfarrkirche St. Josef. Anschließend ziehen wir mit den Laternen von der Pfarrkirche durch die Beethoven-, Liszt-, Mozartstraße über den Marktplatz zum Pfarrheim St. Josef. Hier wird das Martinsfeuer entzündet.
Die Bons für die Martinsbrezel werden in den Kindergärten, dem Pfarrbüro, Lola`s Stübchen (Kreuzbergstr. 114) und in der Pfarrei St. Josef durch die PfarrbriefausträgerInnen zum Preis von 1,20 € verkauft.
Team Sachausschuss Organisation St. Josef 

 

St. Martin-Lexikon  - Historischer Hintergrund

Mantelteilung

Die Teilung des Soldatenmantels mit dem Bettler und ihre - im Traum des Martin erfolgte - durch Christus selbst vollzogene Anerkennung als religiöse Liebestat wird als "Szene der Wohltätigkeit" bezeichnet. Der noch nicht Getaufte handelt konsequent nach Christi Auslegung von Gottes Liebesgebot: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst" (Mk 12, 31; Mt, 22, 39) und erfährt im Traum die Bestätigung von Christus: "Was du dem geringsten meiner Brüder tust, das hast du mir getan" (Mt 25, 40).

Martin (Name)

Der römische Vorname "Martinus", nimmt Bezug auf den Kriegsgott Mars. Man kännte den Namen übersetzen als "zum (Kriegsgott) Mars gehörend" oder "Kämpfer, Kriegerischer". Seit Martin von Tours (316/317 - 397), der als Bekenner und Heiliger galt, ist Martin ein christlicher Vorname. Im Dialekt wird aus Martin auch Mätes (Vorname) oder Merten, Mertens (Familienname).

Martinsabend

Nach Sonnenuntergang wird am 10.11. der Martinsabend begangen. Liturgisch gesehen beginnt ein Festtag mit dem Sonnenuntergang des Vortages. Ein feierlicher Martinsumzug, bei dem St. Martin als Bischof oder Soldat zu Pferd mitzieht, oft auch der Bettler, gehören dazu sowie die Mantelteilung und Martinslieder. Die Kinder tragen ihre Martinslampen vor sich her. Nach Abschluß der Martinsumzuges ist in vielen Gegenden Deutschlands Gripschen angesagt.

Martinsbrauchtum

In einem zeitgleichen Gegenwartsschnitt treten ganz verschiedene Schichten des Martinsbrauchtums, das jetzt fast das gesamte ehemals germanische Europa abdeckt, zu Tage: Im Rheinland hat sich das Martinsbrauchtum zunehmend vereinheitlicht und verkirchlicht, während sich in Nordwestdeutschland noch Reste von Maskenbräuchen, in Mitteldeutschland Umzüge und in Schlesien die Martinsgebäcke erhalten haben. In protestantischen Gebieten bezieht sich das Brauchtum auf Martin Luther (Erfurt: Zug der "Martinslichter"). In anderen Landschaften (Alpen, Württemberg) ist der Bezug zum Heiligenfest kaum zu erkennen. In einigen Landschaften verband sich der Martinsbrauch mit dem Erntefest (Havelland, Alpen, z.T. Rheinland). Es gab spielerische Wettkämpfe um die Martinsgans: wie der Hahn wurden Gänse gerißsen, geköpft, geschlagen und geschossen (Tirol, Schwaben; siehe Gans-Abhauet) oder Martinsschweine zum Kampf aufeinandergehetzt (Würzburg).

Martinsbrezel

Die Brezel (lat. precedella) ist heute kaum mehr ein seltenes Festtagsgebäck, auch wenn sie vornehmlich an Festtagen gehäuft auftritt. Am Beginn unseres Jahrhunderts war der "Brezelbäck", der auf einer langen Stange seine Brezeln zum Verkauf anbot, keine Seltenheit. Noch heute, am Sonntag "Laetare", werden in Rheinhessen und in der Pfalz traditionell Sommertagsumzüge durchgeführt, bei denen auf buntgeschmückten "Stecken" die "Sommertagsbrezeln" mitgetragen und anschließend verzehrt werden. Die Geschichte der Brezel (vielleicht abgeleitet von "brachia" oder "bracciola": verschlungene Arme/Ärmchen) reicht weit in das Dunkel der Vergangenheit zurück. Die wahrscheinlich in vorchristlicher Zeit zu kultischen Zwecken als Opfergebäck und Grabbeigabe, hergestellten Salz- und Laugenbrezeln wurden vom Christentums adaptiert.

Martinsfeuer

Wo man die Martinsfeuer noch abbrennt, wird das Feuer als Symbol verstanden: Es bringt Licht in das Dunkle, wie die gute Tat Martins das Erbarmen Gottes in die Dunkelheit der Gottesferne brachte. Der Ursprung des Martinsfeuers wird in den Riten der germanischen Wintersonnwendfeier und des germanischen Erntedankfestes vermutet: Ein Freudenfeuer, wie es auch zu anderen Anläßsen angezündet wurde, zugleich aber auch ein reinigendes Feuer, in dem das vergangene Jahr verbrannt wurde: Der Sommer wurde verbrannt! Das "Sommerverbrennen" sollte daran erinnern, daß ein Zeitabschnitt unwiederbringlich vergangen war.

Martinsgans

Heute kennen die meisten die Gänse im Zusammenhang der Rede von den "dummen Gänsen", - eine irrige Feststellung, die an der Wirklichkeit vorbeigeht. Weder sind die Gänse "dumm", noch haben sie in der geschichtlichen Tradition eine untergeordnete Rolle gespielt. In römischen Zeiten war sie das Begleiter des Kriegsgottes Mars. Gänse sollen die Stadt Rom durch ihre Aufmerksamkeit und warnendes Geschrei vor einem feindlichen Überfall bewahrt haben. Im germanischen Denken war die Gans Symboltier Wotans, Opfertier und Verkörperung des Vegetationsgeistes. Wer rituell eine Gans verspeiste, hatte Anteil an der Kraft des Vegetationsgeistes. Für Köln wird aus dem Mittelalter berichtet: "Der Martinsabend war von jeher zu einem Festschmaus bestimmt. Das war auch seit alters in Köln so. Die Tafel schmückte als Hauptgericht die Martinsgans, knusprig gebraten und mit Äpfeln, Rosinen und Kastanien gefüllt."

Martinslampen

(Mätesküppe, Meetesküppe, Martinsfackeln, Martinslampions) Die Lichterumzüge symbolisieren das Martinsfeuer, das sie vielerorts ablösen: Die Lichterumzüge bringen Licht in das Dunkle. In ländlichen Gebieten wurden früher und werden heute noch Martinslampen aus Kürbissen und Runkelrüben ("Fruchtleuchten") hergestellt. Es wird ein Deckel abgeschnitten, die Frucht ausgehüllt, ein Gesicht in die Außenhaut geritzt, eine Kerze eingesetzt und der Deckel wieder aufgesetzt. Die auf einen Stock gespickte oder an einen Stock gehängte Laterne läßt sich einfach herstellen und - bei Bedarf - leicht erneuern. Die Lichterumzüge haben ihr Vorbild in der liturgischen Lichterprozeßsion (Lucernarium (d.h. Zeit des Lampenanzündens) während der ersten Vesper am Vorabend eines hohen Feiertages.

Martinslieder

In Martinsliedern wird das Andenken des Heiligen - seit dem 14. Jahrhundert - gepflegt. Es sind zahlreiche Martinslieder erhalten, die Leben und Wirken des Heiligen zum Gegenstand haben. Die meisten dieser Lieder sind um die Jahrhundertwende bei der Wiederbelebung der Martinsfeiern entstanden. Einige dieser Lieder greifen altbekannte Melodien auf. Die alten Martinslieder stammen aus der Vagantenpoesie des Mittelalters. Lieder, die bis vor kurzem noch in der Altmark gesungen wurden, werden auf 750 Jahre alt geschätzt. Hauptsächlich kommen Martinslieder vor: im Rheinland und am Niederrhein, Niederlande und Flandern.

Martinsumzug

Der Martinsumzug am Martinsabend vereint eine verkleidete Person, die den heiligen Martin auf einem Schimmel (!) darstellt, oft gehört auch ein "Bettler" dazu, immer aber eine große Kinderschar (und ihre Eltern), die singend durch die Stadt/Gemeinde ziehen. Um den rechten Takt zu finden, wird der Gesang oft von einer Blaskapelle unterstützt. Die Kinder tragen bei dem Umzug ihre - meist selbstgebastelten - Martinslampen und Martinsfackeln. Der Martinsumzug findet seinen Abschluß vielfach durch die Mantelteilung oder durch ein Martinsfeuer. Der Lichterumzug hat ein liturgisches Vorbild: das Lucernarium, die Lichterprozeßsion zur ersten Vesper des Vortages, wie sie an hohen Festtagen üblich war.

Martin von Tours

Geboren um 316/317 als Sohn eines römischen Offiziers. Selbst Offizier geworden tritt Martin zum Christentum über und aus der Armee aus. Er lebt als Einsiedler, Mönch und Klostergründer bis zum Bischof von Tours berufen wird. Martin erlangt Berühmtheit als Heidenmißsionar und Wundertäter. Gestorben am 8. November 397 wird seiner an seinem Beerdigungstag, dem 11. November, gedacht.

Sankt Martin

Sankt (vom lat. sanctus) bedeutet "heilig" und kennzeichnet verstorbene Personen, die in der Katholischen Kirche "zur Ehre der Altäre" gelangt sind, also der Kirche als heilig gelten und/oder heiliggesprochen wurden und deshalb in Gottesdiensten an einem besonderen Gedenktag (meist Todestag) angerufen werden. Nach Gregor von Tours, neunzehnter Bischof in Tours von 573 - 594, hatte schon Perpetuus, der sechste Bischof von Tours (ca. 461 - 491), der anstelle des Oratoriums über dem Grab des Martin eine Basilika errichtete, die liturgische Verehrung von Sankt Martin angeordnet. Nachweislich wurde der im Volksglauben "apostelgleiche" Sankt Martin im 5. Jahrhundert bereits als Heiliger angerufen. Besonders häufig ist Sankt Martin im Trierer und Kölner Raum als Kirchenpatron und Volksheiliger anzutreffen, wo er auch im Volksbrauchtum lebendig blieb (In der Stadt Köln war Martinus sogar Patron von zwei Kirchen: Groß-Sankt Martin, ehemals auf einer Rheininsel gelegen, war ein vorkarolingisches Schottenkloster; Klein-Sankt Martin wurde eine der fünf Altstadtkirchen genannt). Als Schutzpatron tritt Sankt Martin bei Ländern und Armeen, Rittern, Soldaten, Reisenden, Flüchtlingen, Huf- und Waffenschmieden, Alpenhirten, Bettlern, Tuch-, Kappen- und Handschuhmachern, Webern, Gerbern, Schneidern, Bauern, Hirten, Winzer, Gastwirten, Hoteliers, Müller und Zechern (!) und Tieren (Pferde, Hunde, Vögel) auf. In Deutschland gibt es zwar nur ein Sankt Martin in der Pfalz (PLZ 67487), aber wenigstens 19 Orte bzw. heutige Ortsteile, die sich nach dem heiligen Martin benennen: 37308 Martinfeld, Martinhagen (= 34270 Schauenburg- M.), Martinlamitz (= 95126 Schwarzenbach-M. an der Saale), 98693 Martinroda bei Ilmenau, 36404 Martinroda bei Vacha, Martinsbuch (= 84252 Mengkofen-M.), 18551 Martinshafen, Martinshaun (= 84061 Ergoldsbach - Post Ergoldsbach), 97340 Martinsheim, 66894 Martinshöhe, 04895 Martinskirchen, Martinskirchen (= 84329 Wurmannsquick - Post Rogglfing), Martinsmoos (= 75387 Neubulach-M.), Martinsfest (= 95176 Konradsreuth - Post Konradsreuth), 06528 Martinsfisch, 55627 Marxisten, Martinstag (= 65344 Eltville-M.), Martinszell (= 87448 Waltenhofen-M.), Martinszell (= 84101 Obersüßbach - Post Obersüßbach).

Tours

Bischofssitz in Frankreich. Martin wurde der Legende nach der dritte Bischof von Tours. Der erste Bischof war Decius, 249/250 vom Papst nach Tours gesandt. 337/338 folgte ihm Litorius für dreiunddreißig Jahre. Sein Nachfolger wurde 371/372 Martin. Der neunzehnte Bischof in dieser Reihe war Gregor von Tours.

Weckmann

In den frühen Tagen der Kirche war es üblich, sonn- und feiertags nach dem Gottesdienst als Kommunionersatz denen, die die Eucharistie nicht empfangen hatten, nicht hatten empfangen dürfen (= Büßer, Katechumenen) oder nicht hatten empfangen können (= daheimgebliebene Kranke), gesegnetes, aber nichtkonsekriertes Brot zu reichen. In der griechisch- und rußsisch-orthodoxen Liturgie hat sich dieser Brauch erhalten, der auf die urchristliche Agapefeier (Liebesmahl) nach dem Gottesdienst zurückgeht, die wiederum ein Brauch ist, den die Juden noch heute pflegen: Nach dem Kabalath-Sabbath, dem Gottesdienst am Freitagabend zum Sabbathbeginn, versammeln sich alle Gottesdienstteilnehmer zu einem gemeinsamen Mahl. Im Laufe der Zeit erhielt das dabei verwandte Gebäck eine auf den Festinhalt bezogene Form. Man nennt es "Gebildebrot". Der Weckmann, ursprünglich wohl nur am Nikolaustag, später auch am Martinstag und heute in der gesamten Adventzeit üblich, (Stutenkerl oder Piepenkerl im Westfälischen; Hefekerl in der Schweiz; aber auch Printenmann, Hanselmann, Klasenmann) ist ein Gebildebrot, also eine mit Weizenmehlteig geformtes oder in den Teig geformte Figur: Dargestellt ist ein Bischof! Die heute meist vorfindliche Tonpfeife ist ein Irrtum: Dreht man die Tonpfeife mit dem Kopf nach oben, so erkennt man noch heute, daß statt der Tonpfeife ursprünglich ein Bischofsstab angebracht war. Die Bezeichnung Printenmann drückt die Form des Gebildebrotes aus, Stuten, Stutenkerl und Wecken, Wegge oder Weckmann, Weggmann, bezeichnen Teigart und Form des Gebäcks.

Von Manfred Becker-Huberti, Quelle: bistum-trier.de


 

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