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26.11.2010 20:24

Pfarrer mit großem Wirkungskreis - Besuch beim neuen Pfarrer von Roden und Steinrausch

Hans-Kurt Trapp wurde im November in Roden als katholischer Pfarrer eingeführt. Er ist als Seelsorger zuständig für Roden und Steinrausch, ab dem Sommer 2011 auch für Fraulautern.

Auf dieser kleinen Holzfigur trägt die Heilige Hildegard einen besonders langen Äbissinnen-Stab, erzählt Pfarrer Hans-Kurt Trapp. "Er weist von der Erde in den Himmel." Foto: Hartmann Jenal

Saarlouis. Wir treffen den neuen Pfarrer von Roden und Steinrausch beim Einrichten seiner Wohnung im Pfarrhaus Maria Himmelfahrt an. Hans-Kurt Trapp ist kein Mann des schnellen, theologischen Floretts. Und doch war nach einer Stunde Sprechen viel gesagt, und im Gehen der Gedanke: Wie mag dieser Mann predigen? Nicht im Altarraum stehe er bei der Predigt, sondern immer bei den Leuten, gleich vor der ersten Bank, hat er erzählt. "Ich benutze nie ein Fremdwort. Möglichst keine Floskeln. Predigt ist Anteil geben an meinem Glauben", sagt er, fügt an: "an meinem Leben."

In der Wohnung wird gewerkelt, aber die Statue der Heiligen Hildegard von Bingen ist schon an der Wand befestigt. Hildegard, die Benediktinerin, lebte im Mittelalter fast auf Sichtweite der Heimat von Trapp, von Bingerbrück. Dort lernte Trapp zuerst Einzelhandelskaufmann. Dann studierte er Theologie. Ein Spätberufener, wie das im Kirchendeutsch heißt? So ein blödes Wort, braust er auf, "Berufung ist dann in Ordnung, wenn es so ist." Lebensläufe, das ist eines seiner Themen. "Ich habe viel gesehen. Ich wurde viel beschenkt. Es gab Trauergespräche, von denen kam ich beschenkt zurück." Er denkt nach. "Jedes Leben ist wichtig. Jeder Mensch ist wertvoll."

 

Trapp kennt Saarlouis schon, weil er in der Pfarrei Christkönig-St. Johannes vor seiner Priesterweihe 1988 ein Pastoralpraktikum gemacht hat. Und 1991 bis 1993 war er Vikar in Roden. Er war außerdem Priester in Dierdorf im Westerwald, in Idar-Oberstein, zuletzt in Friedrichsthal. "Wir sind nicht hier, um uns einzurichten, unsere Heimat ist Gott." Und: Ich kann gut abschließen. Und jetzt bin ich hier." Eine Spiritualität, die er dem früheren Bischof von Trier, Hermann-Josef Spital, verdanke, sagt er.

 

Hier, das sind die Pfarreien von Roden und Steinrausch, 2011 kommt Fraulautern hinzu: mehr als die Hälfte der 37 500 Einwohner von Saarlouis. In Fraulautern tritt er die Nachfolge von Rolf Dehm an, der Ende Juni nach mehr als 25-jähriger Tätigkeit als Ortspfarrer aus dem aktiven Dienst ausscheidet. Eine große Seelsorgs-Einheit. Er wird brauchen, was er als für sich typisch bezeichnet: "Im Team arbeiten. Jeder hat seine Talente, jeder hat seine Zuständigkeit, seine Kompetenz, das gilt genauso für die Ehrenamtlichen. Da muss ein Priester nicht immer und überall dabei sein. Das geht, wenn ich die Menschen respektiere und sie arbeiten lasse." Und: "Ich freue mich, dass es am Sonntag losgeht."

 

Trapp wendet sich wieder der kleinen Hildegard-Skulptur zu. "Sie trägt einen ungewöhnlich langen Äbtissinnen-Stab", erklärt der 56-Jährige, "der Stab steckt fest im Boden und weist hoch in den Himmel."

 


Von: SZ-Redakteur Johannes Werres

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