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09.10.2008 17:46

Reisebericht über die Fahrt des Kirchenchores "Hl. Dreifaltigkeit" in den Chiemgau

Viele erlebnisreiche Eindrücke auf der Fahrt vom 26. bis 28. September 2008

1. Tag, Freitag 26.09.08

Startpunkt unserer Reise ist unsere Pfarrkirche "Hl. Dreifaltigkeit" in Fraulautern. Trotz der frühen Uhrzeit sind alle guten Mutes, wohl gestimmt und freuen sich auf die Reise; die Abfahrt kann pünktlich um 6:00 erfolgen. Wie die vielen Jahre schon zuvor bewährt, werden wir vom Reiseunternehmen Jobs gefahren. Unser Busfahrer Werner stimmt uns, nach einer kleinen Begrüßung und Ansprache, schon einmal mit Witzen auf die Fahrt ein. Einige kurze Instruktionen zum Ablauf der Reise erhalten wir von unserem langjährigen 1. Vorsitzender Edmund Hower, der zum Abschluss noch ein sehr schönes Gedicht vorträgt und zum Gesang anstimmt. Nach drei Stunden Fahrt ist es nun auch für uns an der Zeit eine kleine Rast zum Frühstücken einzulegen. Es gibt belegte Brötchen mit Salami oder Käse, sowie ofenwarmen gefüllten Kranzkuchen und selbst gebackenen Marmorkuchen (beides wirklich sehr lecker). Zum Trinken warmen Kaffee und / oder Sekt. An dieser Stelle sei allen Organisatoren, Brötchenmachern und Kuchenbäckern noch einmal unser aller herzlichster Dank ausgesprochen! Frisch gestärkt geht es nun fast ohne Unterbrechung weiter nach Prien-Stock am Chiemsee, wo wir pünktlich um 13:30 Uhr zum Mittagessen im Hotelrestaurant Luitpold eintreffen. Dank der telefonischen Vorbestellung der Menüs im Bus verlieren wir dort auch keine wertvolle Reisezeit. Zu herzhaft deftiger Kost gibt es nun die erste Gelegenheit bayrisches Bier zu kosten. Eine erste Sehenswürdigkeit steht bereits zischend und dampfend im beschaulichen Bahnhof  Prien-Stock; eine kleine grüne Dampflokomotive oder besser gesagt Dampfstraßenbahn, die schon seit 1887 Touristen durch die Lande befördert. Sie ist die älteste ununterbrochen in Betrieb stehende Dampfstraßenbahn der Welt! Nach dem rätselhaften Tod König Ludwigs II von Bayern, dem sogenannten Märchenkönig, übernimmt Prinzregent Luitpolt die Geschäfte. Wahrscheinlich weil die Baukosten ebenfalls märchenhaft gewesen waren, lässt er alle Bautätigkeiten am Schloss Herrenchiemsee einstellen und stellt den Bau zur öffentlichen Besichtigung frei. Dies ist der Startschuss für die touristische Nutzung von Herrenchiemsee. Was für damalige Zeiten ungeheuer aufregend gewesen sein musste, denn wo konnte man schon ein königliches Schloss von innen sehen? Dementsprechend rasant stiegen dann auch die Touristenzahlen, wofür vorher erwähnte Dampfstraßenbahn nötig wurde. Um 15:00 fahren wir dann schließlich selbst zur Besichtigung auf die Herreninsel herüber. Das Sonnendeck des Schiffes ist verwaist, da es leicht regnet. Dies tut aber unserer guten Stimmung keinen Abbruch, denn schließlich könnte es ja noch viel heftiger regnen. Auf der Herreninsel angekommen gibt es die Gelegenheit mit dem Pferdetaxi zum Schloss zu fahren; andere genießen einen Sparziergang durch den Park. Das neue Schloss Herrenchiemsee ist dem Schloss von Versailles nachgebaut, in dem der Sonnenkönig Ludwig XIV das große Vorbild des bayerischen Königs regiert hat. Genau wie in Versailles gibt es auch hier vielfältige fantasiereiche und große Brunnenanlagen vor dem Schloss. Rechtzeitig vor der Schlossführung kommen wir noch in den Genuss der Wasserspiele. Die Führung beginnt im prunkvollen Treppenhaus, das mit künstlichem Marmor gestaltet wurde. Der künstliche Marmor war auch damals keineswegs billiger als echter Marmor. Jedoch ließ sich mit ihm eine gleichmäßigere und bessere Farbgestaltung realisieren. Weiter geht es durch verschiedene Prunksäle, Arbeitszimmer, Porzellanzimmer, dem Schlafzimmer des Königs, Esszimmer mit „Tischlein deck dich“ zum Höhepunkt des Schlosses, dem Spiegelsaal. Er übertrifft sogar sein Vorbild in Versailles um einige Meter an Länge. Zum Schluss der Führung geht es noch durch den Rohbau des Schlosses zum Badezimmer, oder besser gesagt zum Schwimmbad des Märchenkönigs. Es wurde genau einmal benutzt; die Dienerschaft war einige Stunden damit beschäftigt es mit warmem Wasser zu befüllen. Wohl ein klarer Fall von Steuerverschwendung. Im Gebäude ist auch ein Museum über Ludwig II eingerichtet. Dort finden sich Einrichtungsgegenstände aus seiner Münchner Residenz, Familien Portraits, sowie Bauentwürfe für weitere Schlösser wie z.B. einem byzantinischem Palast oder der Burg Falkenstein. Interessant sind auch Modelle von Theaterkulissen für Singspiele von Richard Wagner. Um 18:00 ist schließlich die Rückfahrt nach Prien angesagt, von wo wir nach Inzell zu unserer Unterkunft dem Bayrischen Hof aufbrechen. Dort gibt es zum Abschluss des Tages Abendessen mit warmem Büffet und verschiedenen Salaten. Wer möchte kann auch das hauseigene Schwimmbad benutzen.


2. Tag, Samstag 27.09.08
Am heutigen Tag führt die Fahrt zunächst durch die bayerische Berglandschaft mit ihren grünen Wiesen, tiefen Tälern und klaren Bergbächen nach Ramsau bei Berchtesgaden. Dort steht am Bach, malerisch im Talkessel gelegen, die weltbekannte Pfarrkirche St. Sebastian. Joseph Mohr war hier als Pfarrer tätig; er verfasste das weltbekannte Weihnachtslied „Stille Nacht, heilige Nacht“. Bei unserer Weiterfahrt nach Schönau am Königssee kann uns auch keine Kuhherde auf der Fahrbahn aufhalten (den Gegenverkehr allerdings schon). In Schönau geht der Spaziergang entlang verschiedenster Souvenirläden zur Schiffsanlegestelle. Auf dem Königssee, der mit seiner Umgebung zum Nationalpark Berchtesgaden gehört, dürfen ausschließlich Elektro- oder Ruderboote fahren. Das erste Elektroboot kam bereits 1909 zum Einsatz, und hieß Akkumulator (der Name könnte aus einem Jules Verne Roman stammen). Das Wasser des Sees besitzt Trinkwasserqualität, und ist smaragdgrün und klar. Kurz nach 11:00 fahren auch wir über den See nach St. Bartholomä. Auf der Mitte des Sees angekommen, packt unser Bootsführer schließlich eine Trompete aus und spielt. Deutlich ist das Trompetenecho zu hören. Eigentlich sehr praktisch wenn man sich selbst beim Spielen zuhören möchte. Wie sich das wohl mit einem ganzen Chor anhören würde? St. Bartholomä liegt auf einer Halbinsel; im Hintergrund sieht man vom See aus das Watzmanngebirge der Alpen. Der Sage nach herrschte hier einst der grausame König Waze, der zur Strafe für seine Freveltaten zusammen mit seiner Frau und den Kindern in Stein verwandelt wurde.  Die Wallfahrtskapelle St. Bartholomä ist ein kleines barockes Schmuckstück. Das angrenzende ehemalige Jagdschloss der Wittelsbacher ist heute eine Gastwirtschaft, die mit ihren bayrischen Leckerbissen zum Verweilen im Biergarten einlädt. Sehr schön ist auch ein Sparziergang in der freien Natur, da jetzt endlich auch die Sonne heraus kommt. Gegen 14:00 Uhr treten wir die Rückfahrt an. Es geht weiter zur Winkelmoosalm bei Reit im Winkel. Hier ist die volle Konzentration unseres Busfahrer Werner gefragt, der zur 1.200 m hochgelegenen Alm sehr schmale Grade befahren muss. Leider nichts für Menschen mit Höhenangst. Entschädigt werden wir später aber mit einem herrlichen Blick auf die Berge. Hier oben ist auch die Skischule von Rosi Mittermaier zu Hause. In der Sonnenalm können wir noch einen Kaffee oder ein Bier trinken. Das Essen ist sehr reichhaltig zu einem äußerst fairen Preis. Heute müssen wir früher nach Inzell zurückfahren, weil das Buffet des Abendessens nur bis 20:00 Uhr geöffnet ist. Es findet ein Hüttenabend im Bayrischen Hof statt; an dem auch viele von uns teilnehmen möchten.

3. Tag, Sonntag 28.09.08
Unser letzter Tag führt uns nach Altötting, der Heimat Papst Benedikts XVI. Altötting ist eine der meistbesuchten Wallfahrtsstätten in Deutschland und Europa, sozusagen der heilige Schrein Bayerns. Oder wie Papst Benedikt sagte; das religiöse Herz Bayerns. An diesem Tag findet eine große Trachtenwallfahrt der bayerischen Trachtenverbände statt. Gegen 10:30 Uhr beginnt sich der große Kapellplatz mit Trachtenträgern zu füllen. Man sieht Trachten aller Art in blau, grün, grau und ein Meer aus Fahnen, die zu jeder Trachtengruppe dazu gehört. Um 11:00 Uhr haben wir dann Gelegenheit den Gottesdienst auf dem Platz mit zu feiern. Hier am Platz steht auch die Gnadenkapelle, in der sich das altverehrte Gnadenbild der schwarzen Madonna befindet, das ganz mit getriebenem Silber geschmückt ist. Im Innern der Gnadenkapelle werden auch die Herzen bayerischer Herrscher verwahrt. In der Kapelle und am Umgang draußen sind über 2000 Votivtafeln zum Dank an die Gottesmutter angebracht. Es bleibt noch Zeit die barocke Wallfahrtskirche St. Magdalena, die Stiftspfarrkirche und die Basilika St. Anna zu besuchen und Mittag zu essen. Um 14:00 treten wir schließlich unseren Rückweg an. Dank der humoristischen Einlagen unseres Busfahrers Werner und einiger unserer Chormitglieder gestaltet sich unsere Heimreise relativ kurzweilig. Etwas müde, aber glücklich kommen wir am Abend wieder in Fraulautern an. Unserem Busfahrer Werner und dem perfekten Organisator unserer Reise, Edmund Hower, sei an dieser Stelle im Namen der Chormitglieder noch einmal herzlichst gedankt.

 


Von: Dr. Christian Gräf (2. Vors. des Kirchenchores)

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