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08.03.2008 08:05

"Kleppern" in den Kartagen: Wenn die Glocken nach Rom fliegen

Messdiener und Kommunionkinder übernehmen zwei Tage lang die Aufgabe der Glocken im Kirchturm.

An den Kartagen ist es Brauch, dass Kinder kleppern. Foto: Becker&Bredel.

In der Abendmahlfeier am Gründonnerstag läuten die Glocken ein letztes Mal - danach schweigen sie bis zur Osternacht. Zur Wandlung werden die metallenen Schellen durch hölzerne Kleppern ersetzt. Die Glocken sind nach Rom geflogen, sagt der Volksmund. Dort sollen sie beim Heiligen Vater die Beichte ablegen und ihn um seinen Segen bitten.

Weil die Kirchenglocken von Gründonnerstag bis zur Osternacht nicht erklingen, werden als Ersatz Kleppern oder Klappern, Ratschen, Rasseln, Rappeln im Hochwald und in der Eifel, Rumpelfässer oder -kästen im Hunsrück, an der Mosel Gerren sowie andere Schlagbretter und ähnliche Holzwerkzeuge genutzt, um die Gläubigen an die Gebets- und Gottesdienstzeiten zu erinnern.

Diese Aufgabe übernehmen in Fraulautern die Messdiener und Kommunionskinder, die in mehreren Gruppen durchs Dorf ziehen und mit ihren Holzinstrumenten die Glocken ersetzen. Gekleppert wird an Karfreitag und Karsamstag. Am Karsamstagvormittag sammeln sie Eier und Geld ein. Die Eier werden Mittags gemeinsam verzehrt. Das eingesammelte Geld wird in die Messdienerkasse eingezahlt und zur Finanzierung von Anschaffungen und Ausflügen verwendet.

 


Von: Redaktion / SZ-Mitarbeiter Dittmar Lauer

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