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07.09.2007 11:50

Bolivien-Kleidersammlung im Bistum Trier - Ein Erfolg seit über 40 Jahren

Gesammelt wird am Sa., 22. September ab 09.00 Uhr / Anschl. Aktionstag in Saarbrücken.

Die Solidaritätsaktion der katholischen Jugend im Bistum Trier feierte im letzten Jahr sein vierzigjähriges Jubiläum.

Am Sa., 22. September findet die diesjährige Bolivienkleidersammlung statt. Stellen Sie bitte Ihre Kleidersäcke bis 09.00 Uhr an die Straße. In den Kirchen und im Pfarrbüro können noch zusätzlich benötigte Tüten abgeholt werden.

Ab 16.00 Uhr findet in der Saarbrücker Bahnhofstraße ein Aktionstag statt. Ab 17.00 Uhr beginnt das Bühnenprogramm mit Bischof Marx. Um 19.00 Uhr findet eine Eucharistiefeier in St. Johann statt. Barockmusik aus Bolivien wird ab 20.00 Uhr geboten.

Die Bolivienkleidersammlung des Bistums Trier ist eine in Deutschland einmalige Aktion. Rund 1.000 junge Leute werden wieder unterwegs sein, um die bereit gestellten Kleider-Säcke einzusammeln. Auch im 41. Jahr seit Einführung der Bolivien-Kleidersammlung erhofft sich der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Bistum Trier viele Kleiderspenden, um mit einem möglichst guten Erlös die Entwicklungsarbeit der bolivianischen Partner weiterhin fördern zu können. Seit 1966 Jahren fließt dieser Erlös in Entwicklungsprojekte und die Jugendarbeit in Bolivien, dem Partnerland des Bistums Trier.

Der BDKJ weist darauf hin, dass die Bolivien-Kleidersammlung unter dem Zeichen von „FairWertung“ durchgeführt wird. FairWertung habe soziale, entwicklungspolitische und ökologische Kriterien für die Sammlung und Vermarktung von Gebrauchtkleidung festgelegt und kontrolliere deren Einhaltung.

Gesammelt wird Kleidung, Haushaltswäsche und Schuhe (paarweise gebündelt). Nicht gesammelt werden Lumpen oder stark verschmutzte Bekleidung.

Hintergrund

Seit 1966 sammeln Jugendliche und jungen Erwachsene um die 2.000 Tonnen gebrauchte Kleidung. Neben dem Spaß, der für die Jugendlichen mit den Kleidersammlungen verbunden ist, sichern die Erlöse der Bolivien-Kleidersammlung die finanzielle Unterstützung der beiden Partnerorganisationen in Bolivien: Die Stiftung „Solidarität und Freundschaft Chuquisaca–Trier“, die über 40 Ausbildungszentren für ca. 2.000 Jugendliche auf dem Land unterhält, und die „Nationalen Jugendpastoral“ Boliviens, die die katholische Jugendarbeit für das ganze Land koordiniert. Vielen Jugendlichen in Bolivien wird so eine Schulbildung ermöglicht, andere machen eine Berufsausbildung, z.B. als Tischler, Schneiderin oder das technische Abitur. In der pastoralen Arbeit werden die Jugendlichen in ihrer Spiritualität und dem Finden ihrer Lebensperspektive unterstützt.

Im Unterschied zu den meisten anderen Sammelorganisationen ist die Bolivien-Kleidersammlung seit 12 Jahren Lizenznehmer von FairWertung. FairWertung ist ein Zusammenschluss von ca. 120 gemeinnützigen Organisationen, der soziale, entwicklungspolitische und ökologische Kriterien für eine faire Sammlung und Vermarktung von Altkleidern und Schuhen entwickelt hat und deren Einhaltung kontrolliert. Denn für sammelnde Organisationen besteht eine Verantwortung nicht nur für die Sammlung, sondern auch für den Verbleib der gesammelten Ware.

Rückblick

Die 60er Jahre

1960: Partnerschaftsvertrag zwischen den Diözesen Trier und Sucre, Bolivien

1966: Erste Bolivien-Kleidersammlung (Rekord-Sammelmenge: 3.500 Tonnen)

Die 70er Jahre

Mitte 70er: Beginn begleitender Info-Veranstaltungen zu Bolivien und Entwicklungspolitik 

1979: Die Bolivienpartnerschaft Trier-Sucre wird mit der höchsten staatlichen Auszeichnung Boliviens versehen, dem „Condor de los Andes“.

Die 80er Jahre

1980: Militärputsch in Bolivien – Bei den Kleidersammlungen werden auch Unterschriften gegen die Militärregierung gesammelt.

1985: Massive Transportprobleme durch die Stilllegung von Güterbahnhöfen

Die 90er Jahre

1993: Besichtigungsfahrten zu Gebrauchtkleider-Sortierbetrieben in Rotterdam

1994: Rekorderlös von 1.396.000 DM durch hohen Kilopreis von 0,69 DM/kg

1995: Der BDKJ wird Lizenznehmer von FairWertung.

1997: Beginn von „Second Hemd und Hose – der alternative Kleidermarkt“ 1999: Einführung zusätzlicher Abgabestellen, der Kleiderpunkte

Die 2000er Jahre

2001: Statt an drei Terminen findet die Kleidersammlung nun an 5 Terminen statt.

2004: Sarker Einbruch bei den Erlösen – Krise auf dem Altkleidermarkt

2005: Die Sammelmenge erreicht nach 11 Jahren wieder die 2.000-Tonnen-Marke.

2006: 40 Jahre Bolivienkleidersammlung

 


 

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