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30.09.2007 11:55

Der Rosenkranz: Gedanken zum Rosenkranz-Monat Oktober

Geschichte und Gebetsweise / Regelmäßige Andachten in der Pfarreiengemeinschaft.

Der Oktober gilt seit dem Mittelalter als Rosenkranzmonat und ist - wie der Mai - der Gottesmutter Maria geweiht.

Der Rosenkranz wird in Fraulautern wie folgt gebetet (die Uhrzeiten entnehmen Sie bitte dem Kapitel "Gottesdienste":

07.10.: St. Josef
14.10.:  „Heilige Dreifaltigkeit“
21.10.: St. Josef
28.10.: Bußgottesdienst in „Heilige Dreifaltigkeit“
29.10.: Bußgottesdienst in St. Josef


Es kann schwerfallen, Zugang zum meditierenden Beten des Rosenkranzes zu finden. Das Rosenkranzgebet ist eine Möglichkeit, über die Geschehnisse der Geburt, des Lebens, Leidens, Sterbens und der Auferstehung nachzudenken. Dabei wird besonders Maria verehrt, die mit ihrer Haltung zum Glauben, zur Hoffnung und zur Liebe ein Vorbild sein kann.

Geschichtliches

Aus dem christlichen Altertum wird besonders von den Wüstenvätern und den Nachahmern ihrer Aszese eine Aneinanderreihung von Gebeten, vor allem des Herrengebetes, also des Vaterunser, berichtet. Zum Zählen der Gebetseinheiten benutzten sie Steinchen, geknotete Schnüre oder an einer Schnur aufgereite Fruchtkerne.

Die Christen führten insbesondere in den entstehenden Klöstern die jüdische Tradition des Psalmengebets weiter. Wer des Lesens oder der griechischen bzw. lateinischen Sprache, in der die Psalmen gebetet wurden, nicht kundig war, suchte nach einem Ersatzgebet. Bedeutung gewann daher die Reihung des Vaterunsers als Ersatz für das Psalmenbeten; so wurden oftmals 150 Vaterunser entsprechend der Zahl der 150 Psalmen gebetet. Üblich war es, die 150 Gebete in drei Mal 50 zu unterteilen.

Dieses Reihengebet wurde dann durch den marianischen Aspekt ergänzt. Seit dem 11./12. Jahrhundert wurde das Ave Maria (Gegrüßet seist du, Maria) immer mehr zu einem volkstümlichen Gebet, das in enger Anlehnung an die Heilige Schrift formuliert wurde. Statt 150 Vaterunser oder als Ergänzung dazu kamen als Volksgebet Gebetsreihen von 50 bzw. 150 Ave Maria auf.

Der Trierer Kartäuser Adolf von Essen (1350-1439) führte den Brauch ein, während des Gebets von 50 Ave Maria über das Leben Jesu zu meditieren. Er nannte diese Gebetsform rosarium (Rosenkranz). Der Kartäuser Dominikus von Preußen (1382-1460), ebenfalls aus der Kartause Trier, fasste die Ereignisse des Lebens Jesu in 50 Schlusssätzen (clausulae) zusammen, die sich an den (damals allein üblichen) ersten Teil des Ave Maria anschlossen.

Ebenfalls ein Kartäuser, Heinrich von Kalkar (1328-1408), teilte die Ave Maria in Zahnergruppen ein und fügte zu jeder Zehnergruppe ein Vaterunser hinzu. 1440 wurde noch das Glaubensbekenntnis ergänzt. Um 1500 wurde jeder Zehnerreihe noch ein Ehre sei dem Vater hinzugefügt. Durch Reduzierung auf 15 Geheimnisse (in der heutigen Gestalt um 1483 in Süddeutschland nachgewiesen, seit 1600 allgemein üblich: freudenreiche, schmerzhafte, glorreiche Geheimnisse) und durch Gliederung der Gebetsreihung in Zehnergruppen entstand so der heutige Rosenkranz. Die Beifügung der drei Ave mit dem Gebet um die drei göttlichen Tugenden (Glaube, Hoffnung, Liebe) erwuchs aus der nachtridentinischen Frömmigkeit. Offiziell festgelegt wurde die Gebetsweise des Rosenkranz durch das Breve Consueverunt Papst Pius' V. vom 17. September 1569.

Zunächst war der Rosenkranz ein privates Gebet. Zum Gemeinschaftsgebet wurde er durch das Wirken des Dominikaners Alanus de Rupe (1428-1475), der das Rosenkranzgebet zur Volkskatechese einsetzte. Er richtete seine Predigten anhand der clausulae aus und betete mit den Zuhörern vor oder nach seiner Predigt den Rosenkranz. Alanus de Rupe brachte auch die Legende in Umlauf, der hl. Dominikus habe den Rosenkranz von Maria als Waffe gegen die Albingenser offenbart bekommen.

Papst Johannes Paul II. fügte dem Rosenkranz mit dem Apostolischen Schreiben Rosarium Virginis Mariae vom 16. Oktober 2002 die lichtreichen Geheimnisse hinzu. Diese nennen Glaubensgeheimnisse zwischen Kindheit und Leiden Jesu und ergänzen die drei klassischen Formen.

 

Die Geheimnisse

Das Wort "Geheimnis" deshalb, weil nicht genau bekannt ist, warum Gott damals alles so geschehen ließ. Die Wochentags-angaben beruhen auf Empfehlungen des Vatikan.

Die freudenreichen Geheimnisse: Montags und Samstags

Jesus, den Du, O Jungfrau, vom Heiligen Geist empfangen hast.

Jesus, den Du, O Jungfrau, zu Elisabeth getragen hast.

Jesus, den Du, O Jungfrau, in Bethlehem geboren hast.

Jesus, den Du, O Jungfrau, im Tempel aufgeopfert hast.

Jesus, den Du, O Jungfrau, im Tempel wiedergefunden hast.

Die lichtreichen Geheimnisse: Donnerstags

Jesus, der von Johannes getauft worden ist.

Jesus, der sich bei der Hochzeit in Kana offenbart hat.

Jesus, der uns das Reich Gottes verkündet hat.

Jesus, der auf dem Berg verklärt worden ist.

Jesus, der uns die Eucharistie geschenkt hat.

Die schmerzhaften Geheimnisse: Dienstags und Freitags

Jesus, der für uns Blut geschwitzt hat.

Jesus, der für uns gegeißelt worden ist.

Jesus, der für uns mit Dornen gekrönt worden ist.

Jesus, der für uns das schwere Kreuz getragen hat.

Jesus, der für uns gekreuzigt worden ist.

Die glorreichen Geheimnisse: Sonntags und Mittwochs

Jesus, der von den Toten auferstanden ist.

Jesus, der in den Himmel aufgefahren ist.

Jesus, der uns den Heiligen Geist gesandt hat.

Jesus, der Dich, O Jungfrau, in den Himmel aufgenommen hat.

Jesus, der Dich, O Jungfrau, im Himmel gekrönt hat.

 

Wie man den Rosenkranz betet

Man beginnt am Kreuz, während man es in der Hand hält, macht man das Kreuzzeichen und betet dann das Apostolische Glaubensbekenntnis.

Dann "rutscht" man mit den Fingern zur ersten Perle. Sie steht alleine. Dort betet man das Ehre sei dem Vater und das Vater unser. Nun kommen drei Perlen. An ihnen betet man je ein Gegrüßet seist Du Maria mit den folgenden Einschüben:

Jesus, der in uns den Glauben vermehre.

Jesus, der in uns die Hoffnung stärke.

Jesus, der in uns die Liebe entzünde.

An der nächsten einzelnen Perle wiederum das Ehre sei dem Vater und Vater unser. Nun gelangt man an die Hauptkette. An den ersten zehn gruppierten Perlen (auch erstes Gesätz genannt), betet man jeweils ein Gegrüßet seist Du Maria mit dem ersten Geheimnis als Einschub.

Das Wort "Gesätz" kommt von Satz. Im Gebet werden wichtige Geschehnisse aus dem Leben von Jesus angesprochen. Ebenso von Maria und Josef, die ihn in seiner Kindheit umsorgten und später oft begleiteten. Daran soll im Rosenkranz erinnert werden.

An der einzelnen Perle wieder ein Ehre sei dem Vater. Dann (immer noch an der einzelnen Perle) ein Vater unser. Beim nächsten Gesätz betet man wiederum zehn mal das Gegrüßet seist Du Maria, diesmal mit dem zweiten Geheimnis als Einschub. So geht es weiter bis man einmal an jeder Perle war.

Am Schluss wird noch einmal das Ehre sei dem Vater und das Gebet nach dem Wunsch der Muttergottes gebetet.

 


 

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