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07.01.2007 11:55

"Vom Aufschwung sollten alle profitieren"

Empfang des Trierer Bischofs Dr. Reinhard Marx zum Jahreswechsel.

Dr. Reinhard Marx wurde am 20. Dezember 2001 zum Bischof von Trier ernannt.

„Ich freue mich, dass es in unserem Land wirtschaftlich aufwärts geht; ich habe allerdings die Sorge, dass der Aufschwung an manchen Menschen vorbeigeht. Als Kirche müssen wir dafür Sorge tragen, dass Menschen nicht einfach abgehängt werden, sondern, dass alle von der wirtschaftlichen Entwicklung profitieren." Das hat der Trierer Bischof Dr. Reinhard Marx am 30. Dezember in Trier betont. Traditionell hatte Bischof Marx zum Jahreswechsel Vertreter kirchlicher Institutionen und Gremien zu einem Empfang in den Bischofshof eingeladen.

Dabei sagte der Bischof, dass er das neue Programm der Bundesregierung zur Einrichtung eines öffentlich geförderten Arbeitsmarktes für Langzeitarbeitslose begrüße. Ein solches Programm für Menschen, die auf dem regulären Arbeitsmarkt keine Chance hätten, sei der richtige Weg, trage es doch dazu bei, Menschen wieder sinnvoll in die Gesellschaft zu integrieren. Die Richtigkeit eines solchen Vorgehens belegten auch die Erfahrungen der vor über 20 Jahren vom Bistum Trier gegründeten „Aktion Arbeit", die insbesondere am Ersten Arbeitsmarkt benachteiligte Menschen unterstützt.

Bischof Marx nahm auch das Verhältnis von Staat und Kirche in den Blick. Die Tatsache, dass im Trierer Landgericht nach einer Renovierung keine Kreuze mehr aufgehängt wurden, sei nur ein Beispiel für Versuche, den christlichen Glauben auf eine reine Privatangelegenheit zu reduzieren. Hiergegen wandte sich der Bischof und stellte klar, dass es dabei nicht um die Interessen der Kirche gehe, sondern um „die Zukunft unseres Gemeinwesens". Staatliche Neutralität dürfe nicht derart missverstanden werden, als habe der Staat keine Werte mehr, auf die er sich stütze: „Unsere Gesellschaft ist ohne christliche Werte nicht denkbar", sagte der Bischof.

In seinem Rück- und Ausblick ging er auf weitere Ereignisse und Entwicklungen des vergangenen und des kommenden Jahres ein: Er erinnerte an den Katholikentag in Saarbrücken, der unter dem Leitthema „Gerechtigkeit vor Gottes Angesicht" abgesehen vom Wetter ein großer Erfolg gewesen sei; er lobte das selbstverständliche und gute ökumenische Miteinander in Trier und sprach sich dafür aus, die ökumenische Bewegung weiter voran zu bringen; er unterstrich, dass das „Projekt 2020" zur Entwicklung der Pfarreien und Pfarreiengemeinschaften im Bistum Trier, in dessen Rahmen im November der Entwurf eines Strukturplans für das Jahr 2020 vorgestellt worden war, in den Pfarreien auf eine große Einsicht und Offenheit gestoßen sei. Wichtig sei, dass dieser Prozess auch als geistlicher Weg verstanden werde. Im Blick auf das kommende Jahr lenkte der Bischof den Blick unter anderem auf die 10. Heilig-Rock-Tage. Das Bistumsfest wird Ende April unter dem Motto „Auf Tuchfühlung mit Gott" gefeiert. Bischof Marx erinnerte auch an den Deutschlandbesuch von Papst Benedikt XVI. und an seinen eigenen Besuch beim Heiligen Vater im Rahmen des Ad-Limina-Besuchs der deutschen Bischöfe in Rom. Er sei dem Papst dankbar, dass er immer wieder deutlich mache, dass „wir Hoffnung haben, weil Jesus da ist, weil er die Mitte unseres Lebens ist."

Am Rande des Empfangs äußerte sich Bischof Marx auch zur Hinrichtung des früheren irakischen Diktators Saddam Hussein. Marx kritisierte diese und machte deutlich, dass die katholische Kirche gegen die Todesstrafe sei. Das gelte auch für Saddam Hussein völlig ungeachtet der schrecklichen Bilanz seiner Verbrechen: „Einen anderen Menschen zu töten, kann nie eine Lösung sein. Die Todesstrafe muss überwunden werden", sagte der Bischof.

 


 

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