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24.03.2007 19:40

Hungertuch 2007: Einladung zur Besinnung auf die Bergpredigt

Wunderbare Bilder des Künstlers Li Jinyuan bis Ostern auf den Altären unserer Pfarrkirchen.

Das Hungertuch leuchtet und erfüllt den Raum mit Licht.

Das Misereor-Hungertuch 2007 lädt ein, uns während der Zeit des Fastens und der Besinnung zwischen Aschermittwoch und Ostern auf die »Bergpredigt« Jesu einzulassen.

Jesus lehrt seine Jüngerinnen und Jünger bestimmte Grundhaltungen, denen wir in diesem Hungertuch nachspüren wollen.

Mit der Gestaltung dieser ersten Predigt Jesu beschenkt der chinesische Künstler Prof. Li Jinyuan die Betrachter mit wunderbaren Bildern, die davon erzählen, was es bedeutet, ein Jünger, eine Jüngerin Jesu zu sein.

"Entdecke, was zählt" ist das Leitwort der Misereor-Fastenaktion 2007. Entdecken, was zählt – ist letztlich der Sinn des Fastens, und es bringt zugleich das Thema auf den Punkt, von dem das Misereor-Fasten 2007 inhaltlich inspiriert wird: das »Menschenrecht auf Bildung«.

Das Hungertuch gibt dieser Aktion noch einmal ein eigenes Gesicht: Was »Bildung« heißen kann, buchstabiert es künstlerisch, theologisch und spirituell.

Farben und Formen

Das Hungertuch leuchtet und erfüllt den Raum mit Licht. Kraftvolles Gelb und Orange, warmes Ocker und Rot heben sich von ernstem Schwarz und Grau ab. Ein Kreuz aus Licht, das sich nach oben zum Himmel hin immer weiter öffnet, findet sein Zentrum in Christus, der auf einem Berg, umringt von zahllosen Menschen, steht und predigt.

Feuer, Wasser, Geist

Der Geist Gottes schwebt auf ihn herab – eine Szene, die an die Taufe Jesu im Jordan erinnert. Zu Jesu Füßen brennt ein Feuer, darunter leuchtet ein roter Stempel, in den kunstvolle chinesische Schriftzeichen eingeprägt sind: »höchste güte ist wie das wasser« (Laotse, Daudedsching). Das Feuer steht für das kommende Reich Gottes, das alles neu macht und das alte verbrennt. Das Wasser, so Li Jinyuan, ist wie Christus: es ist gütig, es gibt unterschiedslos allen und nimmt nichts fort. Mit Wasser und Geist ist Jesus getauft worden, der Himmel öffnet sich, von oben und von unten bricht das Reich Gottes ein.

Selig seid ihr ...

In den vier roten Kreisen hat Li Jinyuan vier der Seligpreisungen aus dem Matthäusevangelium szenisch dargestellt (im Uhrzeigersinn von links oben): »Selig die arm sind vor Gott«, »Selig die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden«, »Selig die Friedensstifter« und »Selig die Trauernden«.

Hier werden uns Haltungen gezeigt, die alle herausfordern, die Jesus nachfolgen wollen.

... denn euch gehört das Himmelreich

Die Rundung der Baumkrone am unteren Bildrand, gebildet aus einem Wald von kleinen Bäumen, greift das Gleichnis vom Senfkorn auf. Genauso wie das Samenkorn braucht nachhaltige Bildung Initiative, Zeit zum Wachsen, Förderung und Unterstützung, um Frucht tragen zu können. Das kleine Senfkorn ist Gleichnis für das Himmelreich, das Wirklichkeit werden kann.

Das Meer wird befahren von zahlreichen Dschunken, an deren Decks sich Menschen tummeln. Sie tragen die Lehre Jesu in die Welt hinaus zu denen, die arm vor Gott sind, die nach Gerechtigkeit hungern und dürsten, zu den Barmherzigen und denen, die Frieden stiften.

Der Künstler

Prof. Li (Jahrgang 1945) lehrt in Chengdu/China als Professor für chinesische Malerei. Erst 1979 (nach Kulturrevolution, Gefängnis und Umerziehungslager) hat er die Malerei zu seinem Beruf gemacht. Seitdem kennzeichnen zahlreiche Auszeichnungen, Studienaufenthalte im asiatischen und europäischen Ausland und internationale Ausstellungen seinen Weg.

Seine Bilder kreisen um das große Thema der Harmonie von Himmel und Erde, Göttlichem und Irdischem, Mensch und Natur.

 


Von: Dr. Claudia Kolletzki

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