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04.11.2008 19:21

Gedenken an die Gefallenen der beiden Weltkriege

Gedenkmesse zum 50-jährigen Bestehen des Ehrenmals mit Enthüllung und Einsegnung einer Gedenktafel.

Zur diesjährigen Gedenkfeier des Volkstrauertages am Sonntag, 16. November 2008, laden wir Sie rechtherzlich ein.

Die Gedenkmesse beginnt um 10 Uhr in der Pfarrkirche
"Hl. Dreifaltigkeit", anschließend ist die gemeinsame  Feier
am Ehrenmal in der Puhlstraße in Fraulautern. (ca. 11 Uhr)

Traditionell feiern die Bürger in unserem Stadtteil diesen Tag
und erinnern sich in Erfurcht an die Gefallenen der beiden Weltkriege. Während der Feier wird aus Anlass des 50-jährigen Bestehens des Ehrenmals eine Gedenktafel enthüllt und eingesegnet.

  Programm:
  1. Choral                              Musikverein Fraulautern
  2. Eröffnung und Fürbitten   Pfarrer Rolf Dehm
  3. Liedervortrag                   Kirchenchöre Hl. Dreifaltig. 
                                               & St. Josef
  4. Gedenkrede                      OB Henz, Kreisstadt Saarlouis
  5. Liedervortrag                    Harmonie und Sängerbund
  6. Kranzniederlegung            Stadt Saarlouis, VDK und IFBV
  7. Schlusschoral                    Musikverein Fraulautern


Bei schlechtem Wetter, findet die Feier in der Pfarrkirche
"Hl. Dreifaltigkeit" statt,die Kranzniederlegung würde sich daran anschließen.

 

Zur Geschichte des Ehrenmals

Im Mai 1921 wurde ein Komitee damit beauftragt, ein würdiges Denkmal für die Gefallenen zu errichten.
Die Einweihung erfolgte am 23. November 1923.Es trug die Aufschrift „Seinen gefallenen Helden - das  dankbare Fraulautern“.  Auf 14 Gedenktafeln waren die Kriegsgefallenen namentlich aufgeführt. Vor dem Denkmal wurden Kommunionkinder, Vereine und Einzelpersonen ebenso gerne fotografiert wie die Gemeindeverwaltung der damals noch selbständigen Zivilgemeinde Fraulautern.Leider wurden im II. Weltkrieg, neben weiten Teilen des Ortes Fraulautern, auch die Pfarrkirche mit dem angrenzenden Denkmal weitgehend zerstört oder sehr stark in Mitleidenschaft gezogen.
Maria Köhl-Haas, jetzt nahe Trier wohnhaft, berichtete mir aus diesen Tagen folgende traurige Begebenheit: Es war gegen Ende des Krieges, der letzte Zug zur Evakuierung sollte im Ensdorfer Bahnhof abfahren. Der Großvater von ihr, Nikolaus Haas, von Beruf Ackerer (Bauer), der sich bei der Bahn zum Gleis-Schotterer hocharbeitete, war auf dem Weg nach Fraulautern. In der Höhe des
Vereinshauses war ein Bunker. Es wurde vor einem der vielen Fliegerangriffe gewarnt. Da Haas auch beim Volkssturm war, sollte er als einer der letzten Personen in den Bunker gehen. Als der Angriff vorbei war, suchte man ihn und fand ihn schließlich vor dem Bunker in einem Bombentrichter stehend. Eine Granate hatte ihm die Lunge zerrissen. Mit der Bestattung wollte man warten bis sein Sohn Jakob, der ebenfalls bei der Bahn in Ensdorf arbeitete, vom Dienst zurück war.Als dieser vom Tod des Vaters erfuhr, ging er in eines der vielen verlassenen Fraulauterner Häuser. Türen und Fenster standen wegen der Bombenangriffe und der damit verbundenen Druckwellen offen. Er nahm ein Leintuch, um den toten Vater darin zu bestatten.

In der zerbombten Puhlstraße angekommen, hob er vor dem Ehrenmal eine Grube aus. Während dieser Tätigkeit musste er wegen weiterer Bombenangriffe mehrmals in die Grube springen, das Leintuch unter sich verbergend. Nach einem der Angriffe lag die Kirche völlig in Schutt. Den Vater bestattete der Sohn in der Grube, das Gesicht bedeckte er mit seiner Eisenbahnerjacke.
Mitte der 50er bildete sich ein Ausschuss, der sich zum Ziel setzte, an die Stelle des nicht mehr zu reparierenden Denkmals ein neues Ehrenmal zu errichten.
Am 30. Nov. 1958 konnte der Vorsitzende des Denkmalausschusses, Peter Jacob (bekannt als Feldschütz), zur Einweihung des wiedererrichteten Ehrenmals zahlreiche Ehrengäste, unter Ihnen Kultusminister Dr. Röder (später Ministerpräsident des Saarlandes), Bürgermeister Schreiner, Vertreter des Kreises, Mitglieder des Stadtrates, die Mitglieder der zahlreichen Fraulauterner Vereine sowie viele Bürger des Stadtteils begrüßen.Kultusminister Dr. Röder wies in seiner Festansprache damals darauf hin, dass wir das Recht und die  Pflicht hätten, uns zu denen zu bekennen, die ihr Leben für uns geopfert haben. Röder sagte dann, dass ihm die Lage des Ehrenmals zwischen Kirche und Hauptverkehrsstraße als sehr glücklich erscheine.Nach dessen Ansprache wurde eine Urkunde, in der alles Wissenswerte über das Ehrenmal und seine Errichtung aufgezeichnet sind, in einer Kupferkapsel eingelötet und unter einer Steinplatte auf dem Vorplatz eingelassen.Umrahmt war die Feier von den Gesängen der beiden Kirchenchöre unter der Leitung von Nikolaus Schuler und den vereinigten Chören der Gesangvereine „Sängerbund“ und „Harmonie“ unter der Leitung von Heinrich Freesen.Nach dem „Largo“ des Musikvereins nahm Pastor Gilles, assistiert von Kaplan Kraus und Vikar Schmitt, die kirchliche Weihe des Ehrenmals vor.  Unter den Klängen des Liedes vom „guten Kameraden“ wurden zahlreiche Kränze niedergelegt.

Alsdann übergab der Denkmalausschussvorsitzende Jacob  das Ehrenmal in die Obhut der Stadt. Leider muss festgestellt werden, dass viele der jüngeren Generation mit dem Sinn des Ehrenmals nichts mehr anzufangen wissen. Auf dem Vorplatz spielen und  toben sich Kinder mit Inliner und  Skateboards aus. Die Sandsteinplatten auf dem Boden und den Mauern sind arg in Mitleidenschaft gezogen. Darum hat die Interessengemeinschaft der Fraulauterner Bürger und Vereine e.V (IFBV) eine Gedenktafel entworfen und in Abstimmung mit der Stadtverwaltung fertigen lassen. Die Stadtverwaltung hat sich bereiterklärt, hierfür die Kosten zu übernehmen, wofür sich der Vorstand recht herzlich bedankt.

Am Volkstrauertag, dem 16. November 2008, wird nach dem Hochamt, gegen 11 Uhr, die Gedenktafel im Rahmen der Gedenkveranstaltung durch Pfarrer Rolf Dehm eingesegnet.          

Fotos im Schaukasten unserer Pfarrkirche Heilige Dreifaltigkeit oder unter
fraulautern.net oder fraulautern.eu 
              
Oktober 2008 – Norbert Zech IFBV


Von: Norbert Zech

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