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27.01.2008 14:59

„Eine Zeit, die mir unvergessen bleibt" - Pontifikalamt zur Verabschiedung von Bischof Marx

Über 1.000 Gläubige nahmen im voll besetzten Trierer Dom Abschied.

Zum letzten Mal predigte Reinhard Marx als Bischof von Trier im Trierer Dom.

In der letzten Eucharistiefeier, die er als Bischof von Trier zelebrierte, sagte Bischof Marx rückblickend auf die vergangenen sechs Jahre: „Es ist eine Zeit, die mir unvergessen bleiben wird." Er dankte allen, die ihn auf dieser Wegstrecke begeleitet haben. Zelebranten waren neben Bischof Marx und den Trierer Weihbischöfen unter anderem der Bischof von Limburg, Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst, der Erzbischof von Luxemburg Fernand Franck sowie aus Bolivien, dem Partnerland des Bistums Trier, die beiden Erzbischöfe Edmundo Abastoflor (La Paz) und Tito Solari (Cochabamba). Am 2. Februar wird Bischof Marx in sein neues Amt als Erzbischof von München und Freising eingeführt.

In seiner Predigt sagte Bischof Marx, dass es für ihn ein bewegender Tag sei. Es sei „nicht normal", dass ein Bischof nach nur sechs Jahre schon wieder Abschied von einer Diözese nehme. Er habe in Trier Wurzeln geschlagen und Heimat gefunden, „eine Heimat, die mitgeht und die ich nicht einfach hinter mir lasse."

Bischof Marx betonte, dass der bischöfliche Dienst ein personaler Dienst sei. Jesus Christus habe Personen ausgesandt und ihnen den Auftrag gegeben, sich mit ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten einzubringen. „Wir leben nicht von Sitzungen und Satzungen, sondern vom persönlichen Zeugnis", sagte der Bischof. Wichtig dabei sei die Gemeinschaft der Gläubigen, die sich über Raum und Zeit hinaus erstrecke. Immer sei es notwendig, für einen Bischof, aber auch für die Pfarreien und für alle Gläubigen, „über den eigenen Tellerrand zu blicken" und sich in die Gemeinschaft der Kirche einzubringen. Er sei dankbar, dass er diese Gemeinschaft im Bistum Trier gefunden und erlebt habe.

Weiter machte der Trierer Bischof deutlich, dass die Kirche sich ständig erneuern und immer wieder neu aufbrechen müsse. Bischof Marx: „Der Geist Gottes ist keine Beruhigungspille, sondern er ist beunruhigend und ermutigend." Wer nichts tue und immer nur am Status Quo festhalte, für den gebe es auch keine Weiterentwicklung nach vorne. „Wir brauchen den Geist der Bereitschaft, sich ganz zu geben, sich ganz der Botschaft der Liebe zu verschreiben", sagte Bischof Marx. Jesus Christus wende sich an die Menschen und gebe ihnen den Auftrag, lebendig zu sein und sich völlig und mit ihrer ganzen Kraft für die Weitergabe des Glaubens einzusetzen. Das sei zwar eigentlich eine Zumutung, doch spreche Jesus keine Utopie aus, sondern zeige, was möglich sei: „Jesus geht das Risiko mit uns ein, nicht wir mit ihm." Gott habe den Gläubigen nicht „den Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist des Mutes, der Liebe, der Kraft und der Besonnenheit." Mit der Bitte an die Gläubigen, die „Geister der Verzagtheit zu vertreiben" verabschiedete sich Bischof Marx von den Gläubigen im Bistum Trier und dankte ihnen zum Abschluss seiner Predigt noch einmal für „den Weg, den wir gemeinsam gehen durften, in unserem schönen Bistum Trier."


 

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