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Kirchenjahr

Gertrud Weyand,  Kath.-Pfarramt-3faltigkeit(at)t-online.de

 

Advent

08. Dezember - Mariä Erwählung

24. Dezember - Heilig Abend

24. Dezember - Weihnachten

28. Dezember - Unschuldige Kinder

Sonntag nach Weihnachten - Fest der Heiligen Familie

01. Januar - Hochfest der Gottesmutter Maria

06. Januar - Erscheinung des Herrn

02. Februar - Darstellung des Herrn

25. März - Verkündigung des Herrn

40 Werktage vor Ostern - Aschermittwoch

Fastenzeit

Eine Woche vor Palmsonntag - Der Passionssonntag

Gründonnerstag

Karfreitag

Ostern

Christi-Himmelfahrt

Pfingsten

Dreifaltigkeitsfest

Fronleichnam

2. Sonntag nach Pfingsten - Herz-Jesu-Fest

02. Juli - Mariä Heimsuchung

08. August - Mariä Geburt

15. August - Mariä Himmelfahrt

14. September - Fest der Kreuzerhöhung

Erntedankfest

01. November - Allerheiligen

02. November - Allerseelen

Sonntag vor dem ersten Advent - Christkönig

 

 

Advent

 

AdventAdvent wird die Vorbereitungszeit auf Weihnachten genannt. Advent (Latein) heißt Ankunft. Auf Weihnachten bezogen, bezeichnet die Adventszeit die Warte- und Vorbereitungszeit auf die Ankunft, die Geburt Jesu.

 

Der erste Adventsonntag ist der vierte Sonntag vor dem 25. Dezember. Die Dauer dieser Vorbereitungszeit orientiert sich an der alttestamentarischen 40er Zahl: Vierzig Jahre wanderte Moses mit dem Volk durch die Wüste.

Vierzig Tage fastete Jesus in der Wüste. vierzig Tage Fastenzeit sind auch vor Ostern vorgeschrieben. Und: Zählt man die 40 Tage nach dem ersten Adventstag weiter, so kommt man auf den 6. Januar, dem Fest der Erscheinung des Herrn, auch Drei Königs Fest genannt; es ist dies noch heute das eigentliche Weihnachtsfest der Ostkirche.

 

Durch verschiedene Kalenderreformen in den europäischen und nordischen Ländern entwickelte sich eine andere Zählung. Seitdem ist ,unser" Weihnachtsfest bereits mit dem Heiligen Abend am 24. Dezember gekommen.

Neben den Adventssonntagen werden Wochentage noch besonders durch die sogenannten Rorate-Messen herausgehoben. Rorate ist das Anfangswort des Eingangsverses (Rorate caeli desuper - Tauet Himmel ... Jes 45,2). Rorate-Messen werden an den Samstagen oder täglich in der Zeit vom 17. bis 24. Dezember gefeiert. Die Texte nehmen besonderen Bezug auf Maria. Dadurch, dass in dem seit 1969 gültigen Messbuch jeder Tag im Advent eigene Texte erhalten hat, sind die Rorate-Messen als besondere Frömmigkeitsübung zurückgegangen. An den letzten sieben Tagen vor Weihnachten, vom 17. bis 24., werden die O-Antiphonen gebetet oder gesungen. Antiphonen sind Gebetsverse. Die O-Antiphonen wenden sich an den kommenden Messias. Sie beginnen jeweils mit "O" und haben daher ihren Namen. Die O-Antiphonen beziehen sich auf Jesus:

O Weisheit, hervorgegangen aus Gottes Mund, mächtig wirkst du in aller Welt, und freundlich ordnest du alles. Komm, o Herr, und lehre uns den Weg der Einsicht.

O Herr und Fürst des Hauses Israel, du bist dem Mose erschienen in der Flamme des Dornbuschs und gabst ihm das Gesetz am Sinai. Komm, o Herr, und erlöse uns mit starkem Arm.

O Wurzel Jesse, gesetzt zum Zeichen für die Völker. Vor dir verstummen die Mächtigen, zu dir rufen die Völker. Komm, o Herr, und erlöse uns, zögere nicht länger.

O Schlüssel Davids und Zepter des Hauses Israel, du öffnest und niemand schließt, du schließest und niemand öffnet. Komm, o Herr, und befreie aus dem Kerker den Gefangenen, der da sitzt in Finsternis und im Schatten des Todes.

O Anfang, Glanz des ewigen Lichtes, du Sonne der Gerechtigkeit, komm, o Herr, und erleuchte uns, die wir sitzen in Finsternis und im Schatten des Todes.

O König der Völker, den sie alle ersehnen. Du Eckstein, der das Getrennte eint. Komm, o Herr, und befreie den Menschen, den du aus Erde erschaffen hast.

O Immanuel, Gott mit uns. Du König und Lehrer, du Sehnsucht der Völker und ihr Heiland. Komm, o Herr, und erlöse uns, Herr, unser Gott.

 

 

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08. Dezember- Mariä Erwählung

 

Entstehung

Das ältere Fest der Geburt Marias am 8. September führte zum Datum des 8. Dezember. Das Fest wurde seit dem 8. Jahrhundert im Osten gefeiert, setzte sich aber nicht als Hauptfest durch. In der lateinischen Kirche breitete es sich seit dem 11. Jahrhundert von England her aus, setzte sich aber erst dann durch, als im 14. Jahrhundert die Lehre von der unbefleckten Empfängnis geklärt war.

Aussage

Das Fest stellt die Gestalt Marias in den Mittelpunkt als den Typ des erlösten Menschen. Alles, was über die Außerordentlichkeit Marias, ihre Begnadung und ihre Rolle in der Heilsgeschichte gesagt werden kann, ist in diesem Fest konzentriert. In der lateinischen Kirche ist es das herausragende Marienfest. 

Das Dogma

Unter dem Begriff der Unbefleckten Empfängnis versteht die Kirche den Glaube an die von Anfang an ohne Erbschuld auserwählte Mutter Jesu, Maria, die in ihrer innigen Verbundenheit mit dem Heils- und Erlösungswerks ihres Sohnes dank der göttlichen Gnade von dieser Schuld befreit worden ist.

Das Dogma von der Unbefleckten Empfängnis Mariens wurde von Papst Pius IX. 1854 verkündet.

 

 

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24. Dezember - Heilig Abend

 

Der starke familiäre Akzent von Weihnachten prägt den Charakter des Festes und damit auch seine Bezüge zum öffentlichen Leben.

Zumindest am Heiligabend "erstirbt" das öffentliche Leben, weil alle Welt sich in den Bereich der Familie zurückzieht. Die Privatsphäre gilt in diesen Stunden als besonders geschützt.

Obwohl das Schenken zur Konvention geworden ist, hat es doch einen symbolischen Charakter behalten, der allerdings unter dem Zugriff der Werbung seinen Sinngehalt fast verloren hat. Von seinem Ursprung her hat das Geschenk sogar Anspruchscharakter: Die Kinder hatten das Recht, von ihren Paten Geschenke zu erhalten (ursprünglich am Nikolaustag).

dass der einzelne auch heute ein Anrecht darauf hat, dass ihm etwas geschenkt wird, dass er etwas bekommt, das nicht nur Gegenwert einer Leistung ist, gibt dem Geschenk immer noch seinen besonderen Charakter.

 

 

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25. Dezember - Weihnachten

 

Das Fest der Feier der Geburt Jesu Christi. Emotional ist für viele Menschen Weihnachten das wichtigste christliche Fest. Dazu hat sicherlich der besondere Termin, der 24.Dezember, der Tag der Sonnenwende, beigetragen: Nach der längsten Nacht beginnt sich ab hier die Sonne, das Licht und damit auch das Leben durchzusetzen. Diese tiefe symbolische Bedeutung der Sonnenwende hat diesen Tag schon lange vor dem Christentum zu einem besonderen, heiligen und religiös geladenen Tag werden lassen. Und andererseits war es gerade dieser Symbolgehalt des Lichtsieges und des Lebensbeginns, die die junge christliche Kirche dazu bewogen haben, just an diesem Tag die Geburt Jesu zu feiern. Besser als irgendwelche theoretischen Erklärungen konnte die Wahl dieses Tages deutlich machen, was Christen eigentlich in Jesus von Nazareth feiern und von seiner Geburt glauben: Das Leben hat über den Tod gesiegt. Die Dunkelheit ist von den Herzen der Menschen und der ganzen Welt genommen, das göttliche Licht hat die Finsternis erhellt, die Sonne der Gerechtigkeit und wahrer Menschlichkeit ist aufgegangen.

Jesus wurde wahrscheinlich nicht am 25.12. geboren. Sein Geburtsdatum ist unbekannt und dürfte irgendwann im Jahre 6 vor dem irrtümlich als Geburtsjahr Jesu definierten Jahr "Null" liegen. Die Freude darüber und aus Dankbarkeit über dieses "göttliche Geschenk" der Erlösung ist Begründung dafür, dass Christen an diesem Feiertag einander ebenfalls (kleine) Geschenke machen. Allerdings ist darauf hinzuweisen, dass sich die spezielle "typisch deutsche Weihnacht" mit Tannenbaum, Kugeln, Krippe erst Mitte und Ende des vergangenen Jahrhunderts herausgebildet hat.

 

 

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28. Dezember - Unschuldige Kinder

 

Im Matthäusevangelium wird berichtet, dass Herodes die Knaben bis zum Alter von zwei Jahren in Bethlehem aus Angst vor einem Rivalen hat umbringen lassen.

Der biblische Bericht greift Elemente der Mosesgeschichte im Buch Exodus 1,16 auf. Der Pharao ließ alle neugeborenen Knaben töten. Überliefert ist auch die Grausamkeit des Herodes, der drei seiner Söhne hinrichten ließ.

Aus der Verbindung beider Motive, Jesus als der neue Moses und die Infragestellung der Herrschaft des Herodes durch den neuen Messias, ist wohl diese Überlieferung entstanden, die die Idylle des Weihnachtsfestes sehr schnell aufhebt.

 

 

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Sonntag nach Weihnachten - Fest der Heiligen Familie

 

Am Sonntag nach Weihnachten wird ein sehr junges Fest begangen, das erst im 19. Jahrhundert entstanden ist.

Die heilige Familie wird als Vorbild gesehen und ihre Verehrung gefördert.

 

 

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01. Januar - Hochfest der Gottesmutter Maria

 

Der Neujahrstag ist kein ursprünglich christliches Fest, sondern geht auf die Kalenderreform Cäsars im Jahre 46 zurück, der den Jahresbeginn vom 1. März auf den 1. Januar verlegte.

Die ausgelassenen Feiern in der Sylvesternacht (nach Papst Sylvester benannt) gehen ebenfalls auf die Römer zurück. In Spanien und Gallien hatte sich im 6. Jahrhundert ein Fest der "Beschneidung des Herrn" herausgebildet, das ein Ereignis der Kindheitserzählungen aufgreift.

In Lk 2,21 heißt es: "Als acht Tage vergangen waren und das Kind beschnitten werden sollte, erhielt das Kind den Namen Jesus, wie der Engel es genannt hatte, noch bevor es im Mutterschoß empfangen war."

 

In der Liturgiereform 1969 wurde auf das alte römische Marienfest zurückgegriffen. Es heißt jetzt "Hochfest der Gottesmutter Maria und des Namens Jesu".

Papst Paul VI. hat den 1. Januar zum Weltfriedenstag erklärt. Das Friedensthema wird in den Gottesdiensten aufgegriffen. Von Bedeutung ist auch das jährliche Papstwort zu diesem Tag.

 

 

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06. Januar - Erscheinung des Herrn

 

Die Volksfrömmigkeit hat aus den drei weisen Magiern der Weihnachtsgeschichte, von denen der Evangelist Matthäus im zweiten Kapitel seines Evangeliums berichtet, jene drei legendären Könige gemacht, die aus dem Morgenland kommend jenem geheimnisvollen Stern folgten, der sie zu dem "neugeborenen König der Juden" bringen sollte. Die Namen Caspar, Melchior und Balthasar werden den Weisen seit dem 9. Jahrhundert gegeben. Sie gelten als Vertreter der drei Rassen, der drei Erdteile und der drei Lebensalter.

Die Reliquien der Drei Könige wurden in Mailand verehrt und 1164 nach Köln überführt, wo sie in einem Goldschrein im Dom aufbewahrt werden. Dadurch breitete sich die Verehrung der Drei Könige in Deutschland aus. Mit dem Dreikönigstag ist ein Haussegen verbunden.

 

Über der Tür werden die Jahreszahl und die Namen der Könige mit Kreide aufgezeichnet:

20+C+M+B+06

Die Buchstaben lassen sich auch folgendermaßen deuten: "Christus Mansionem Benedicat" - Christus segne das Haus.

 

In den letzten Jahren hat sich ein mittelalterlicher Brauch wiederbelebt. Kinder, Sternsinger genannt, ziehen von Haus zu Haus, dabei wird der Haussegen mit Kreide angebracht. Die Kinder erhalten Gaben, die in den letzten Jahren den Missionswerken zugute kommen. Die Drei Könige sind auch Patrone der Reisenden. Die Gasthausnamen "Mohr", "Stern", "Krone" erinnern daran.

 

 

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02. Februar - Darstellung des Herrn

 

Jesus wurde nach dem mosaischen Gesetz in den Tempel gebracht, und zwar am 40. Tag nach der Geburt, der damit auf den 2. Februar fällt. (vgl. Lk 2,22-40). Die im Lukasevangelium geschilderte Begegnung zwischen dem Messias des Neuen Bundes (Jesus Christus) und dem Gottesvolk des Alten Bundes (Hanna und Simeon) gab dem Fest auch den ersten Namen: Fest der Begegnung des Herrn.

In Deutschland heißt das Fest auch Lichtmess, weil es mit einer Kerzenprozession verbunden ist. Diese geht auf eine alte heidnische Sühneprozession in Rom zurück, die alle fünf Jahre Anfang Februar rund um die Stadt führte. Das Licht im christlichen Gottesdienst nimmt auf den Evangeliumsbericht Bezug, in dem Jesus von dem greisen Simeon als "Licht zur Erleuchtung der Heiden und zur Verherrlichung Israels" begrüßt wird.

 

 

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25. März - Verkündigung des Herrn

 

Im Lukasevangelium kündigt der Engel Gabriel der Jungfrau Maria die Geburt eines Kindes an. Das Fest der "Verkündigung des Herrn" liegt neun Monate vor Weihnachten.

Der 25. März ist im Bewusstsein der Katholiken ein Marienfest. Bis zur Liturgiereform 1969 hieß das Fest auch "Maria Verkündigung".

Das Fest hat einen spezifisch religiösen Inhalt: dass eine Jungfrau ein Kind gebiert, das keinen irdischen Vater hat. Diese Vorstellung war in verschiedenen Epochen faszinierend, heute stößt sie eher auf Skepsis und wird von den Theologen häufig "entmythologisiert". Neue Bewegungen, die die alten Mythen wieder ausgraben, sich mit Druiden, Feen und magischen Künsten beschäftigen, interessieren sich wieder für die Gestalt der jungfräulichen Mutter. Der Gedanke, dass in jedem Menschen ein göttlicher Funke wirksam ist, dass der Mensch Anteil hat an der Transzendenz, am Prinzip des Geistigen, findet sich in vielen Philosophien und Religionen. Maria wird durch den Gruß des Engels als begnadeter Mensch ausgewiesen.

 

"Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir" (Lk 1,28)

In dieser Anrede sehen die Katholiken die Freiheit Marias von aller Sünde, auch von der Erbsünde, begründet. Der Engel verheißt Maria, dass sie den ersehnten Messias gebären wird, der über das "Haus Jakob in Ewigkeit herrschen" wird. Dieses Kind empfängt Maria nicht von einem Mann:

"Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden." (Lk 1,35)

 

 

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40 Werktage vor Ostern - Aschermittwoch

 

Das Aschenkreuz wird in einem Gottesdienst am Aschermittwoch, dem Beginn der Fastenzeit ausgeteilt. Der Sinn dieses Ritus zeigt sich im Text, den der Priester spricht, wenn er den Gläubigen mit Asche das kleine Kreuz auf die Stirn zeichnet.

Die dabei verwendete Asche wird gewonnen, indem man die Palmen (in der Regel Buchsbaumzweige) verbrennt, die am Palmsonntag des Vorjahres gesegnet worden waren. Der Priester spricht: "Gedenke Mensch, dass Du aus Staub bist und zum Staub wirst Du zurückkehren."  (oder "Kehrt um und glaubt dem Evangelium")

Die Fastenzeit ist eine Zeit der Besinnung auf das Wesentliche:

Wer bin ich?

Was macht mein Leben aus?

Woran hänge ich?

Was bleibt am Ende?

Worauf kommt es an?

Was von dem, was mein Leben ausmacht, was mir wichtig scheint, wovon mir der Kopf schwirrt... was von all dem hat Bestand angesichts der banalen Tatsache, dass ich eines Tages werde sterben müssen?

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Fastenzeit

 

Die christliche Fastenzeit dauert vierzig Fastentage (an Sonntagen fastet man nicht) und beginnt mit dem Aschermittwoch und endet mit dem Ostersamstag.

Sie dient der Vorbereitung und Einstimmung auf das Osterfest und ist gleichzeitig auch eine Zeit der Buße. Der eigene Verzicht sollte anderen zugute kommen.

 

Das kirchliche Hilfswerk "Misereor" ("Ich habe Erbarmen") gehört in diese österliche Fastenzeit.

Während die Osterzeit eine Zeit der Freude ist, ist die Fastenzeit von Ernst geprägt.

 

Die Fastenzeit stellt das Leben weniger als Geschenk dar, so wie Weihnachten und Ostern, sondern als Aufgabe. Der Mensch hört, dass er mit dem Geschenk seines Daseins nicht richtig umgegangen ist. Drohend werden ihm die Folgen seines Versagens vor Augen gehalten. Er hört, dass er eigentlich nicht mehr mit Wohlwollen rechnen kann. Die Einführung einer solchen Zeit der Besinnung, der Reinigung ist keine Erfindung des Christentums, sondern findet sich in vielen Kulturen und Religionen. dass sich die Haltung des Umdenkens, der Buße in Handlungen und Werken ausdrückt, ist anthropologisch notwendig, damit der Sinn dieser Zeit vollzogen wird.

Fasten, Almosen geben, beten sind die Elemente der Fastenzeit. Die Auswirkung der kirchlich vorgegebenen Thematik auf das öffentliche Leben ist kaum noch zu spüren.

Während früher der Speisezettel in der Fastenzeit geändert wurde, vor allem durch den Verzicht auf Fleisch, und Tanzveranstaltungen teilweise sogar durch Gesetze verboten waren, bringt heute die Fastenzeit kaum eine Veränderung. Vorschläge, auf das Rauchen und Süßigkeiten zu verzichten, dürften sich kaum in den Umsätzen des Einzelhandels niederschlagen.

Die Zahl 40 ist ein biblisches Zeitmaß. Vor allem leitet sich die Dauer der Fastenzeit von dem Bericht über eine vierzigtägige Gebets- und Fastzeit her, die Jesus nach der Taufe im Jordan auf sich nahm. Das Alte Testament berichtet, dass Moses, als er vierzig Tage auf dem Berg Sinai war, nichts aß und trank (Ex 34,28; Dtn 99,18), dass Elias 40 Tage zum Berg Horeb wanderte, ohne etwas zu essen (1 Kön 19,8).

 

 

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Eine Woche vor Palmsonntag - Der Passionssonntag

 

Der Passionssonntag wird jeweils eine Woche vor dem Palmsonntag, dem 1. Tag der Karwoche, begangen. Das Evangelium des Tages erzählt die Gefangennahme Jesu durch die Soldaten des Hohen Priesters. Damit beginnt der alljährlich neu gedachte Abschluss der 40-tägigen Fastenzeit vor dem Osterfest.

Liturgisch bildet diese Zeit einen einheitlichen Spannungsbogen, beginnend mit dem Fastenachtsfest (Vorabend vor der Fastenzeit), dem Aschermittwoch als dem ersten Tag in der Fastenzeit, der sich anschließenden 40-tägigen Fastenzeit, Passionssonntag und Palmsonntag, sowie der Karwoche mit dem Gründonnerstag und dem Karfreitag.

Das Evangelium des Tages erzählt die Gefangennahme Jesu durch die Soldaten des Hohen Priesters. Damit beginnt der alljährlich neu gedachte Abschluss der 40-tägigen Fastenzeit vor dem Osterfest.

 

 

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Gründonnerstag

 

Der Donnerstag in der Karwoche. Am Abend vor dem Todestag Jesu (dem Karfreitag) erinnert sich die Christenheit des sogenannten Abendmahles. Dieses Abendmahl, das Abschiedsessen Jesu mit seinen engsten Vertrauten, ist der Ursprung des christlichen Hausgottesdienstes (evangelisch: Abendmahlfeier; katholisch: Eucharistiefeier).

Die Christen aller Welt feiern am Gründonnerstagabend die Einsetzung dieses Ritus. Das "Grün" hat mit der Farbe Grün nichts zu tun, sondern leitet sich von greinen (althochdeutsch "weinen") ab. Gleichwohl hat das sprachliche Missverständnis wohl dazu beigetragen, dass traditionell in vielen christlichen Familien an diesem Tag grünes Gemüse (Spinat) gegessen wird.

Der Gründonnerstag zählt bereits zum Karfreitag. Dahinter steht einerseits die jüdisch-christliche Tradition, dass ein Tag nicht um null Uhr, sondern mit dem Sonnenuntergang am Vorabend beginnt und bis zum Sonnenuntergang am Tag selbst dauert. Ähnliche Erfahrungen kennen auch wir von Geburtstagsfeiern, bei denen in den eigentlichen Geburtstag hineingefeiert wird, oder von Neujahrsfeiern, die bereits am Silvesterabend beginnen und mitunter weit ins neue Jahr reichen. Ein liturgisches Element, das sich an den Bericht aus dem Johannesevangelium (13,1-15) orientiert und für die gottesdienstliche Feier am Gründonnerstag-Abend vorgesehen wird, ist die Fußwaschung.

 

 

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Karfreitag

 

Karfreitag ist der Freitag in der Karwoche. Es ist der Überlieferung nach der Todestag Jesu. "Am 15.des Nissan" (Monat des jüdischen Kalenders) mittags um die neunte Stunde, nach unserer "Uhr" nachmittags um drei Uhr am Kreuz auf dem Kalvarienberg bei Jerusalem verstarb Jesus.

Man nennt den Karfreitag regional auch den "stillen Freitag". "Kar" ist abgeleitet vom althochdeutschen "Kara" und bedeutet Kummer, Klage. Im Gedenken an den Tod Jesu findet an diesem Tag keine Eucharistiefeier statt, die einmal an das Abendmahl erinnert, zugleich aber auch Zeichen ist für die Auferstehung. Denn in diesem Altarsakrament ist der auferstandene Christus nach katholischer Überzeugung real, persönlich, als bei Gott lebender Herr (über Leben und Tod)" gegenwärtig.

Dieser Glaube setzt aber die Erfahrung der Auferstehung und des Weiterlebens Jesu voraus. Eine Erfahrung, die kein Mensch an jenem Freitag vorausahnen konnte. Während für katholische Christen das Osterfest der höchste kirchliche Feiertag ist, gilt der Karfreitag bei den evangelischen Christen als höchster Feiertag.

 

 

Der Kreuzweg

 

Station: Jesus wird zum Tode verurteilt

Station: Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern

Station: Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz

Station: Jesus begegnet seiner Mutter

Station: Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen

Station: Veronika reicht Jesus das Schweißtuch

Station: Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz

Station: Jesus begegnet den weinenden Frauen

Station: Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz

Station: Jesus wird seiner Kleider beraubt

Station: Jesus wird an das Kreuz genagelt

Station: Jesus stirbt am Kreuz

Station: Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt

Station: Der heilige Leichnam Jesu wird in das Grab gelegt.

 

 

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Ostern

 

Ostern ist die Feier der Auferweckung Jesu aus dem Tod. Seit dem dritten Jahrhundert ist die Osternacht zugleich auch der Termin der jährlichen Taufnacht. In den ersten beiden Jahrhunderten ist der Festtag keineswegs festgelegt.

 

Weitverbreitet war die Osterfeier am 14.Nissan, dem Paschafesttermin des jüdischen Kalenders. Andere betonen bewußt die sonntägliche Feier, um sich von der jüdischen Tradition schärfer abzusetzen. Auf Beschlus des Konzils von Nizäa wird schließlich das Osterfest verbindlich auf den Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert.

Der Name Ostern ist vermutlich die Übersetzung von "Morgenröte" (Irrtümlich hatte man die altleinische Bezeichnung "albae" für den Plural von "alba" = Das Morgenrot gehalten, während dieser Begriff die "weißen" Kleider der an Ostern Getauften meint). Die romanischen Sprachen gehen vom jüdischen Wort Pascha aus.

Die liturgische Feier der Osternacht

Sie ist in der heutigen Form eine Art Zusammenfassung einer liturgischen Feier, die ursprünglich eine ganze Nacht hindurch dauerte. Im Laufe der Geschichte wurde sie kaum verändert.

Ursprünglich, d. h. ab Mitte des 2. Jahrhunderts, feierten die frühchristlichen Gemeinden innerhalb einer "liturgischen Nacht" (Vigil) die beiden Aspekte des Sterbens und der Auferstehung Jesu Christi in zwei Phasen: Einer nächtlichen Trauerphase mit Fasten, Wortgottesdienst und Gebet folgte eine frühmorgendliche Freudenphase mit eucharistischem Gedächtnismahl.

Ab dem 4. Jahrhundert wird die Osternacht zu der Tauffeier des Jahres, so dass seitdem eine Tauffeier (später eine Taufgedächtnisfeier) zur Feier der Osternacht gehört. Zur selben Zeit wurde aus einem anderen Gottesdienst die feierliche Entzündung des Lichtes (Osterkerze) in die Feier der Osternacht übernommen.

Im Verlaufe der Osternacht fand also zunächst eine ganze Kette von gottesdienstlichen Feiern statt, die aufeinander folgten und dadurch wie zu einem "Durchzug von der Finsternis in das Licht", zu einer "Feier aus dem Dunkel des Todes in die Herrlichkeit der Auferstehung" wurde. Lichtfeier, Wortgottesdienst, Tauffeier und Eucharistiefeier sind seit alters her die zentralen Elemente der Feier der Osternacht.

Da die Feier der Osternacht die einzige große Feier des Jahres-Ostern war (es gab noch keine Gottesdienste an Gründonnerstag und Karfreitag), ist die Feier der Osternacht nicht einfach eine Auferstehungsfeier. In ihr wird feierlich des gesamten Oster-Sakramentes gedacht, d. h. der Erlösung der Menschheit durch das Leiden und Sterben Jesu Christi und durch seine Auferweckung.

 

 

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Christi-Himmelfahrt

 

Christi Himmelfahrt gehört zum "Osterfestkreis". Die vom Evangelisten Lukas und in der Apostelgeschichte geschilderte "Himmelfahrt" (Lk. 24,50) ist eine bildhafte Entfaltung und eine durch zeitliche Entzerrung veranschaulichte Deutung dessen, was mit Jesus bei der Auferweckung geschah:

"Als er (Jesus) das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken. Während sie unverwandt ihm nach zum Himmel emporschauten, standen plötzlich zwei Männer in weißen Gewändern bei ihnen und sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor? Dieser Jesus, der von euch ging und in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen." (Apg,1,9-11).

Karfreitag (Tod), Ostersonntag (Auferweckung) und Himmelfahrt sind gleichzeitige Aspekte des Todes Jesu. Gott, der Schöpfer, der Vater hat Jesus aus dem Tod errettet und ihm neues, ein anderes Leben geschenkt und zwar bei Gott, in Gott und mit Gott.

Um Missdeutungen vorzubeugen, als sei dieses neue Leben, die neue Existenzweise Eigenwerk Jesu, sollte man ähnlich wie bei der "Auferstehung" im Deutschen die Passiv-Formen "Auferweckung" bzw. "Aufnahme in den Himmel" verwenden. Entsprechend auch: Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel.

 

 

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Pfingsten

 

Pfingsten ist im jüdischen Festtagskalender ein Erntedankfest gewesen, es wurde im christlichen Zusammenhang das Fest von der Herabkunft des Heiligen Geistes auf die Jünger Jesu: In der Apostelgeschichte, Kapitel 2 heißt es dazu:

"Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab..."

Pfingsten wird traditionell 50 Tage (Pentecoste, d.h. 50-tägige Festzeit) nach dem Osterfest begangen. Häufig wird es in der Praxis auch als Firm-Fest (vgl. Firmung) gefeiert, ein weiteres Fest, das in engem Zusammenhang mit der Sendung des Heiligen Geistes steht.

 

 

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Dreifaltigkeitsfest (Kirmes in "Hl. Dreifaltigkeit")

 

Die Bibel und auch Jesus kennen den Begriff Dreifaltigkeit (Latein = Trinitas, griechisch Trias) nicht. Gleichwohl gibt es dort die Rede von Gott, dem Vater; an vielen Stellen ist vom Heiligen Geist die Rede; und da ist Jesus, in dem sich - nach Überzeugung und Erfahrung der Christen - Gott selbst geoffenbart hat.

Sehr bald drängte sich die Frage auf, wie denn diese drei Realitäten zueinander stehen, wie sie zusammenhängen und zusammengehören. Dabei geht es primär darum, den Glauben an einen einzigen Gott zu betonen und zu bewahren. Und auf der anderen Seite geht es darum, den besonderen Anspruch Jesu, seine einzigartige göttliche Dimension zu bewahren und zu verdeutlichen. Dieses Problem dominierte die theologische (und auch kirchliche und politische) Auseinandersetzung der ersten 500 Jahre. Vor allem auf den ersten drei großem ökumenischen Konzilien in Nizäa (325), Konstantinopel (381) und Ephesus (431) versuchte man einer Klärung näher zukommen.

Klar war und ist: Christen glauben an einen Gott. Außer dem einen gibt es keinen anderen und schon gar keine drei Götter. Bildhafte Darstellungen (Gott-Vater als alter Mann, ein Kreuz auf dem Schoß haltend, an dem Jesus hängt und über beiden schwebend eine Taube oder ein dreiköpfiger Gott) haben diesem Irrtum allerdings Vorschub geleistet.

Gott, den Christen mit Jesus "Vater" nennen, ist und bleibt dieser eine Gott, der Herr der Welt, der Schöpfer des Alls und Grund allen Seins.

Der Mensch Jesus, "uns in allem gleich", wie die Bibel sagt, "außer der Sünde", zeigt, wie Gott dem Menschen begegnet, mit ihnen und für sie da ist.

Der Heilige Geist ist die Kraft Gottes im Menschen, der göttliche Funke, die Seele von Glaube, Hoffnung und Liebe. Dieser Geist Gott begegnet uns auf der Innenseite allen Seins.

Gott steht der Welt, der Schöpfung, der Materie nicht nur gegenüber. Er ist in ihr präsent und wirksam. Diese drei Daseinsweisen? Erfahrungsweisen? (wie will man Unaussprechliches aussprechen?) darf man nicht auseinanderreißen und zu drei getrennten göttlichen Realitäten werden lassen. In Jesus begegnet dem Menschen wirklich und real und tatsächlich der Anspruch des einen und einzigen und ewigen Gottes. Andererseits darf man sie aber nicht ,in einen Topf werfen", vermengen: Jesus ist voll und ganz Mensch. Er erlitt Folter und Tod, nicht der Vater (Irrlehre des Patripassianismus). Es ist eben nicht alles dasselbe; wiewohl uns in allem derselbe begegnet.

Berühmt geworden ist der Definitionsversuch des vierten ökumenischen Konzils von Chalcedon (451) mit vier Verneinungen Eckmarkierungen festzulegen:

Unvermischt und unverwandelt (für die Eigenständigkeit)

und ungetrennt und ungeschieden (für die Einheitlichkeit)

 

 

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Fronleichnam

 

Das Fronleichnamsfest gilt als eine typisch katholische Einrichtung. In einer Prozession an einem Donnerstag im Frühsommer wird die Eucharistie, die konsekrierte Hostie (eine "in Fleisch und Blut Jesu" verwandelte Brotscheibe) in einer Monstranz feierlich unter Gesang und Gebet durch die Straßen getragen. An vier Stationen ("Altären") wird angehalten, das Evangelium verlesen und Fürbitten gesprochen, sowie der Segen gespendet.

Diese "eucharistische Frömmigkeit" war der frühen Kirche fremd. Für sie hatte die Eucharistie ihren exklusiven Platz im Gemeindegottesdienst. Das Fronleichnamsfest hat seine Wurzeln in der am Beginn des zweiten Jahrtausends entstandenen eucharistischen Frömmigkeit und geht auf eine Vision der Juliana von Lüttich zurück (1209), die in einem Traum die Kirche in Gestalt einer weißen Mondscheibe sah, in der ein kleines Stück fehlte. Dieses fehlende Stück war für sie ein gesondertes eucharistisches Fest.

1264 schreibt Papst Urban dieses Fest für die ganze abendländische Kirche vor. Der Name bedeutet Fron (=Herren) Leichnam (entgegen der modernen Bedeutung nicht toter sondern gerade umgekehrt: lebender Leib). Der Feiertag wurde im Hinblick auf die Einsetzung der Eucharistie durch Jesus bei der Abendmahlsfeier am Donnerstag vor Ostern auf einen Donnerstag gelegt.

 

 

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2. Sonntag nach Pfingsten - Herz-Jesu-Fest

 

Die Darstellung des Herzens Jesu in der Volksfrömmigkeit kann das Verständnis erschweren: Man sieht die geöffnete Brust, darin das blutrote Herz mit einer Flamme wie bei einem Öllämpchen. Herz meint in der Bibel und der Frömmigkeit nicht das Organ, sondern ist Symbol der Personmitte. Herz ist Ausdruck der ganzen Person, seinen Fühlens und Wollens, seines Liebens und Leidens. Die Flamme steht für die sich selbst verzehrende Liebe.

Im Kreuzigungsbericht wird geschildert, dass die Seite Jesu und sein Herz mit einer Lanze durchbohrt worden sei, um seinen Tod festzustellen. Das dabei aus der Seite ausgeflossene Wasser deuten "die Väter", die großen klassischen Theologen der frühen Kirche, als jene Paradiesströme, von denen das erste Buch der Bibel, Genesis 2,10-14 berichtet.

Das Herz Jesu, der Kern seines Wesens ist somit das Paradies, der Raum, den Gott ursprünglich für den Menschen geschaffen hat, der Raum der Liebe Gottes, in dem der Mensch glücklich leben und lieben hätte können. So wie Gott die Quelle des Lebens ist, aus dem biblisch-bildlich ausgedrückt vier Ströme entspringen, die den ganzen Garten, das Paradies umschließen, so ist Jesus Quell göttlichen Lebens.

Vor allem im deutschen Raum findet im frühen Mittelalter die "Verehrung des heiligsten Herzens Jesu" große Verbreitung, vor allem in der Deutschen Mystik (ab 1250), dann erneut um 1500 durch die Karthäuser und im 16 Jhdt. schließlich durch die Jesuiten.

Die Visionen der Maria Margareta Alacoque (gestorben 1690), in denen sie den Auftrag erhielt, sich für ein öffentliches, allgemeinkirchliches Herz-Jesu-Fest einzusetzen, führten dazu, dass 1856 Pius IX dieses Fest für die ganze Kirche verbindlich einführte. Zur Hundertjahrfeier veröffentlichte Papst Pius XII 1956 die Enzyklika "Haurietis aquas..."(Ihr werdet Wasser schöpfen...")

Das Herz-Jesu-Fest findet am 2. Sonntag nach Pfingsten statt. Der jeweils erste Freitag des Monats ist der Herz-Jesu-Freitag.

 

 

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02. Juli - Mariä Heimsuchung

 

Entstehung

Das Fest ist im Westen aus der mittelalterlichen Marienfrömmigkeit heraus entstanden. 1263 hat es der Franziskanerorden eingeführt. 1389 wurde es auf die ganze abendländische Kirche ausgedehnt.

Aussage

Der Inhalt des Festes ist der Bericht über den Besuch Marias bei Elisabeth (Lk 1,39-56). Das Datum liegt daher in der Nähe des Festes von Johannes dem Täufer am 24. Juni. Der Besuch Marias, wenige Tage nach der Ankündigung der Geburt Jesu durch den Engel, wird im Evangelienbericht als Begegnung zwischen dem Messias und dem letzten Propheten des Alten Bundes dargestellt. Elisabeth sagt zu Maria:

"In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib." (Lk 1,44)

 

 

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08. August - Mariä Geburt

 

Das Datum leitet sich vom Kirchweihtag einer Jerusalemer Kirche her, die der heiligen Anna, der Mutter Marias, geweiht war. Der Platz, auf dem die Kirche steht, gilt in einigen Traditionen als Ort der Geburt Marias.

 

 

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15. August - Mariä Himmelfahrt

 

Entstehung

Der Todestag eines Heiligen war von jeher auch dessen Gedenktag. Im Osten wurde das Fest schon im 5. Jahrhundert gefeiert und war bald staatlicher Feiertag im byzantinischen Reich. Der 15. August war der Marienfeiertag der Jerusalemer Kirche.

Aussage

Der Glaube, dass Maria als ganzer Mensch die Endgültigkeit der Erlösung erlangt hat, dass ein Glied der Kirche bereits das Leben lebt, zu dem alle berufen sind, ist bereits im 5. Jahrhundert bezeugt. Maria ist wie Jesus gestorben, aber sie konnte nicht im Grab bleiben. Alttestamentliche Berichte, nach denen Henoch (Gen 5,24) und Elias (2 Kön 2,11-14) in den Himmel aufgenommen wurden, stützen diesen Glauben (s.o., S. 251).

 

 

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14. September - Fest der Kreuzerhöhung

 

Anthropologische Grundlagen

Das Kreuz ist zunächst ein Folterwerkzeug. Die Christen sehen aber in ihm nicht nur das Schreckliche, sondern auch das Zeichen der Erlösung. Das Kreuz wird nicht nur von den Christen als religiöses Symbol gebraucht. In vielen Religionen ist es ein Glücks- und Heilszeichen, steht als Symbol des Lebens, kann aber auch Fluch bedeuten.

Bezug zur Öffentlichkeit

Das Kreuz ist in der Öffentlichkeit an vielen Orten präsent. Das Kreuz ist zu einem Symbol geworden, das für Religiosität steht - für die christliche Glaubenshaltung.

Entstehung des Festes

Das Fest ist sehr alt, es wurde bereits im 4. Jahrhundert gefeiert, auch schon am 14. September, an dem die Kaiserin Helena, Mutter Konstantins, das Kreuz Jesu in Jerusalem gefunden haben soll. Eine Kreuzverehrung in Jerusalem ist seit der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts bezeugt. Von dem Jerusalemer Kreuz gelangten Teile über Konstantinopel in viele Städte des Abendlandes. Das Kreuz wurde von den Persern 614 geraubt, von Kaiser Heraklius 628 zurückgewonnen und ging endgültig 1187 in einer Schlacht des II. Kreuzzuges in Palästina verloren, als es als Feldzeichen mitgeführt wurde. Das Kreuz wurde den Gläubigen zur Verehrung gezeigt, desgleichen in Kirchen, die eine Kreuzreliquie aufbewahren. Diese feierliche Zeremonie wird als "Erhöhung des Kreuzes" (exaltatio crucis) bezeichnet.

Aussage des Festes

Das Fest stellt das Kreuz als Zeichen des Heils in den Mittelpunkt: Wir rühmen uns des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus. Durch ihn sind wir erlöst und befreit. Im Fest der Kreuzauffindung erinnern sich die Christen des historischen Ereignisses, das an etwas Materiellem festgemacht werden kann. Die Kreuzreliquien, die von dem in Jerusalem verehrten Kreuz genommen wurden, stellen eine Verbindung zu dem historischen Ereignis her, das zugleich Ereignis der Erlösung ist. Zum Bestandteil des Festes gehört die Legende von der Kreuzauffindung; es entstanden auch andere Legenden über Heilswirkungen der Kreuzreliquien. Mit dem Kreuz verbinden sich auch Vorstellungen der Dämonenabwehr. Ein Kreuz im Haus oder auf dem Stall bringt Segen.

 

 

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Erntedankfest

 

Das Erntedankfest hat seinen Ursprung nicht nicht in biblischen Ereignissen oder theologischen Erwägungen, sondern ist ein Fest, das durch die Natur und die Jahreszeiten bestimmt wird.

Im Herbst - meist an einem Sonntag im Oktober - werden die Erntegaben zusammengetragen und Gott nicht nur allgemein für seine Fürsorge und Liebe den Menschen gegenüber gedankt. Konkret wird ihm gedankt für das Gedeihen (lassen) der vorliegenden Früchte. Wir werden uns dabei der Aufgabe zur Bewahrung der Schöpfung bewusst (vgl. Gen 1,28; 2,15).

Dieses Fest zeigt uns, dass unser tägliches Brot gar nicht so alltäglich ist, sondern erarbeitet werden muss. In dieser Gesinnung feiern wir die große Danksagung (= Eucharistie) vor dem Schöpfer der Welt.

 

 

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01. November - Allerheiligen

 

Nach christlicher Überzeugung sind alle Getauften, alle mit Gott verbundenen Menschen "heilig". Solange Menschen leben, ist diese "Heiligkeit" gefährdet: Menschen wenden sich von Gott ab (und in der Folge meist auch von den Menschen). Im Tod entscheidet sich das Schicksal des Menschen auch immer und ewig. Im Tod wird der Mensch wörtlich end-gültig. Auch seine ,Heiligkeit" ist dann unabänderlich, unverlierbar: Er lebt ,im Himmel" und das meint: Er lebt in Gott und aus ihm und mit ihm; er ist ganz von Gott durchdrungen.

An diese ,Heiligen" wird meist gedacht, wenn in der Umgangssprache von Heiligen die Rede ist. Aber auch jeder Lebende, der sich Gott öffnet und ihm in seinem Leben Raum und Platz gewährt, ist ebenso heilig. Insofern nennt sich die Kirche ,Gemeinschaft der Heiligen".

Kirche als lebendiger Organismus (Sie versteht sich als ein Leib und nicht als eine bürokratische Organisation) umfasst die "sichtbare Kirche" (so nennt sie die irdische Organisation und die Gemeinschaft der gegenwärtig Lebenden) und die "unsichtbare Kirche" (also den himmlischen Anteil inklusive Jesus, der das "Haupt" dieses Organismus ist, während die Getauften die "Glieder" sind.)

Der Allerheiligentag - so sehr an ihm auch der verstorbenen Kirchenmitglieder gedacht wird - ist dennoch kein Totengedenktag, sondern der "Namenstag" aller Getauften.

 

 

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02. November - Allerseelen

 

Der Allerseelentag am 2. November geht auf den Abt Odilo von Cluny zurück, der 998 das Gedächtnis aller verstorbenen Gläubigen für alle Cluny unterstellten Klöster anordnete. An diesem Tag gedenkt die Kirche der Verstorbenen. Sie tut dies auf dem Hintergrund und in enger zeitlicher und inhaltlicher Verbundenheit mit dem Allerheiligenfest, einem an die Auferstehung und ewiges Leben erinnernden Fest.

An Allerheiligen und Allerseelen besuchen die Christen ihre Gräber, schmücken sie und zünden Lichter (Zeichen des Lebens, der Hoffnung) an. Besonders gedenkt die Volksfrömmigkeit in diesen Tagen der Verstorbenen, der "armen Seelen", die noch im Fegefeuer sind und dort von ihren Unvollkommenheiten und von Schuld gereinigt, geläutert werden.

Die Vorstellung eines Zwischenreiches zwischen dem Jenseits, dem endgültigen Aufenthaltsort der Toten, und dem Reich der Lebenden findet sich in vielen Religionen. Die Lebenden können den Toten auf ihrem Weg in den endgültigen Zustand helfen. Dieser Weg wird als Befreiung verstanden. In die christliche Vorstellung vom Fegefeuer sind Vorstellungen der Religionen des Mittelmeerraumes, vor allem die über den "Hades", eingegangen.

 

 

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Sonntag vor dem ersten Advent - Christkönig

 

Am Ende des Kirchenjahres, d.h. am Sonntag vor dem 1. Advent, wird in der katholischen Kirche das Hochfest vom Königtum Christi gefeiert. Das Christkönigsfest wurde durch Papst Pius XI. 1925 eingeführt. Am Ende des Kirchenjahres beinhaltet das Christkönigsfest einen Ausblick auf das Ende der Zeiten, wenn Jesus seine Königsherrschaft in vollem Umfang ausübt. Dann ist das Reich Gottes verwirklicht.

Es erfüllen sich die alttestamentlichen Verheißungen, die mit der Erwartung eines Messias verbunden waren. Die Aussage, dass Jesus der Christus, der Gesalbte, ist, bedeutet für das Judentum, dass Jesus der Messias ist, der verheißene neue David. Der Messiastitel ist für den Juden ein Königstitel, wenn der Messias auch prophetische Züge trägt. Es ist aus dem Evangeliumsbericht nicht sicher abzulesen, ob Jesus sich selbst als Messias bezeichnet hat. Wahrscheinlich hat er das nicht getan. Das Selbstverständnis Jesu lässt sich auch nicht mit dem Messiastitel allein wiedergeben.

Jesus ist aufgetreten mit dem Anspruch, eine neue Zeit anzukündigen. Er hat vom Reich Gottes gesprochen, das kommen soll und schon anfänglich da ist. Dieses Reich Gottes, das Matthäus Basileia, Königsherrschaft nennt, hat Jesus in engem Zusammenhang mit seiner Person gesehen. Mit ihm kommt das Reich Gottes, er ist nicht nur einer, der die Gottesherrschaft ankündigt. Die Jünger Jesu hatten diese Herrschaft als ein politisches Erstarken Israels verstanden, das zur Vertreibung der Römer und zur Aufrichtung einer neuen Regierung führen würde. Die Hinrichtung Jesu als gemeiner Verbrecher hat diese Erwartungen radikal enttäuscht. Die Ostererfahrungen bedeuten für die Jünger einen neuen Anfang. Gott hat Jesus nicht im Tod gelassen. Jesus hat durch sein Sterben und seine Auferstehung den Tod überwunden. Er ist zum Herrn, Kyrios, eingesetzt. Die Dimensionen seiner Herrschaft umfassen den ganzen Kosmos, auch die Welt der Engel sowie die ganze Geschichte. Ostern ist im Verständnis der Bibel auch die Einsetzung Jesu als Kyrios. Das Christ-Königs-Fest hat daher keinen anderen Inhalt als Ostern.

Die Anerkennung des Kyrios Jesus beinhaltet für die Christen auch eine Relativierung aller Könige und Kaiser und der von ihnen repräsentierten staatlichen Macht. Die Christen haben den Staat entsakralisiert, der König, der Kaiser, hatte für sie keine religiöse Funktion, sie konnten in den Augen der Christen kein Heil vermitteln. Das musste zwangsläufig zu einem Konflikt mit dem römischen Staat führen, wie später auch mit den verschiedenen Staatsideologien, die dem Menschen mehr als eine geordnete Lenkung des Gemeinwesens und die Sorge für das bonum commune versprachen. Neben der Relativierung der staatlichen Macht haben die Christen im Verhalten Jesu auch einen Maßstab für jede Herrschaftsausübung gesehen. An diesem Maßstab haben sie nicht nur die weltlichen, sondern auch die kirchlichen Herren gemessen. Die Sorge Jesu für die Armen und Kranken, sein Eintreten für Gerechtigkeit, seine Bereitschaft zu vergeben, beschreiben zugleich das Idealbild eines Königs.

 

 

Quelle:  http://www.autobahnkirche.de. Überarbeitet von Gertrud Weyand und Werner Herrmann.

 

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